4. Generations Rally 30. März 2025: Day 3 - Harrogate to Harrogate (Ostrunde, 172 km)

Wir sind doch nicht soooo stark zurückgefallen, wie ich befürchtet hatte und haben am Schluss nur 9 Ränge verloren und sind jetzt auf Platz 22 von total 65 und 7. in unserer Klasse. Ich habe zu wenig berücksichtigt, dass bei den Anderen auch nicht alles rund gelaufen ist ...

Etwas Freude haben wir trotzdem noch erfahren dürfen: Auf der gestrigen letzten Regularity haben wir bekanntlich auf der 1. Teilstrecke wegen eines Navigationsfehlers die Kontrolle über Distanz und Zeit verloren und damit beim 1. Timingpunkt 48 Strafsekunden kassiert. Ab diesem Zeitpunkt fuhr ich nur noch nach der aktuellen Geschwindigkeitsangabe auf dem (geeichten) Tripmaster und meinem Gefühl. Die zu fahrenden und mehrmals wechselnden Durchschnittsgeschwindigkeiten waren uns ja bekannt und die zurückgelegte Strecke konnten wir ein Stück weit nachrechnen. So lagen wir beim 2. Timingpunkt nur noch 6 Sekunden daneben und den letzten Timingpunkt haben wir auf 0 Sekunden Abweichung getroffen. Da war sicher auch etwas Glück dabei, aber die langjährige Rallye-Erfahrung von uns Beiden hat sicher auch geholfen smiley.

Fast noch mehr Freude habe ich ab der Rangliste der Rundkurse, resp. Maximalgeschwindigkeitsstrecken. In unserer Klasse mit total 15 Fahrzeugen sind wir meistens Drittbeste, manchmal sogar Zweitbeste und - wenn es etwas schlechter läuft - Viert- oder fünftbeste (von total 15 in unserer Klasse). Gegen den führenden Porsche 911 kann ich nichts ausrichten, da ist uns nicht nur das Fahrzeug sondern mir auch der Fahrer klar überlegen! Aber unser Ford Mustang kann gut mithalten und je schlechter die Bodenbeschaffenheit, umso kleiner ist der Rückstand devil.


Das Nachtessen war - wie schon gestern - interessant und hat mir einmal mehr Einblick in die Freuden und vor allem in die Leiden der englischen Gastrokritiker gegeben. Vermutlich haben das auf längere Zeit bislang nur Einheimische überlebt. Das Servierpersonal war zu bedauern: Offensichtlich waren sämtliche und auf zwei Stockwerke verteilten Speisesäle belegt und der Essenslift war entweder nicht vorhanden oder dann defekt. Das Servierpersonal brachte sämtliche Teller (immer 2 aufs Mal) zu Fuss über die - wenigstens genügend breite - öffentliche Treppe in die entsprechenden Räume!

Während mir gestern nicht ganz klar war, was alles auf dem Teller lag, so war heute der Fisch doch eindeutig erkenn- und schmeckbar und das sogar erstaunlich gut! Als Beilage gab es unter anderem Karrotten, welche wahrscheinlich Stunden zuvor von einem unsere Regularity kreuzenden Traktor mit Anhänger geliefert wurden. Das ist mir darum in Erinnerung geblieben, weil uns diese Karrottenspur noch kilometerlang verfolgt hat. Auf den geraden Strecken eher weniger, dafür in den Kurven umso mehr, so dass ich aufpassen musste, dass unser Ford Mustang auf dem Karottenbrei nicht ausrutschte. Im Gegensatz zum Vortag habe ich dieses Mal die angedrohte Süssspeise ausgelassen und den leider sehr lauten Essensaal unter dem Vorwand der kommenden Zeitumstellung schon frühzeitig verlassen.

Gerne hätte ich an der Bar noch ein kleines Guinness-Bier genossen, aber dieses war - kaum zu glauben - heute tatsächlich ausgegangen! O tempora o mores, resp. wie konnte es nur soweit kommen! Dagegen ist die neue amerikanische Regierung ja fast ein Kindergeburtstag! Ich hoffe schon, dass bis morgen Mittag zum Ende der Rallye für Nachschub gesorgt werden kann wink.


Heute wollten wir es nochmals wissen und dies bei strahlendem Sonnenschein und zunehmend angenehmen Temperaturen! Simon hat alle Sonderprüfungen akribisch vorbereitet und eigentlich konnte fast nichts mehr schief gehen. Dier 1. Regularity haben wir mit zwei mal einer Fehlsekunde sehr gut abgeschlossen. Hingegen habe ich bei den beiden nachfolgenden Tests etwas geschnitzert und je ein Mal eine Pylone zu spät gesehen. Auch die versuchte Buschfahrt für die Korrektur gelang nur ansatzweise und ich musste daher trotzdem zurücksetzen. Wir haben dabei zwar nur wenige Sekunden verloren, aber schade war es trotzdem sad.

Dafür gelang die nächste Regularity anhand einer Kartennavigation wieder sehr gut, Simon hat das bestens vorbereitet! Der letzte Test des Tages verlief ohne Probleme, aber wegen mehrerer zu durchfahrenden Pylonengassen haben war da keine Stricke mehr verrissen. Auch bei der letzten Regularity liess sich Simon nicht aus der Ruhe bringen und wir fanden alle sorgfältig ausgelegten Finessen auf Anhieb. Warum wir aber am letzten Timing-Punkt trotzdem 6 Sekunden zu spät kamen, blieb uns ein Rätsel. Gemäss den Berechnungen von Simon wären wir exakt auf die Sekunde genau am Ziel gewesen.

Alles in allem haben wir heute wieder 5 Plätze gut gemacht und sind am Schluss auf Platz 17 (von 65) und als 6. (von 15) in unserer Klasse gelandet. In der Rangliste der Tests (Rundkurse und abgesperrte Strecken) erreichten wir Platz 15 (von 89). Auf der Rangliste der Regularities sind wir nicht aufgeführt, weil einerseits nur die ersten 20 aufgeführt werden und wir andererseits am 2. Tag doch einige Strafsekunden eingesammelt haben. Wir trösten uns jetzt damit, dass wir sicher auf dem 21. Rang notiert gewesen wären wink.

Alles in allem haben wir in Anbetracht der Umstände, dass Simon und ich zum 1. Mal zusammen eine Rallye bestritten, zudem 2 verschiedene Muttersprachen sprechen, keinerlei Zeit zum Üben und kaum Zeit für die Vorbereitungen hatten, trotzdem ansprechend abgeschnitten. Menschlich hat es gut gestimmt und erstmalig in meiner Rallye-Laufbahn musste ich mich überhaupt nicht um die Navigation kümmern. Simon hatte auch das Zeitmanagement bestens im Griff und ich musste einfach nur das tun, was er sagte!

Herzlichen Dank, Simon, für Dein spontanes Mitmachen und Deine gute Arbeit!

Natürlich hat auch das tadellose Funktionieren des Ford Mustangs wesentlich zur problemlosen Fahrt beigetragen. Die Reifen haben - wie üblich - etwas gelitten, aber es ist immer noch Profil im legalen Bereich vorhanden, mindestens auf dem Ersatzrad! Aber da ich den Mustang ja auf dem Anhänger zurück nehme, ist das kein Problem.

Einmal mehr hat diese Generations Rallye bei allen Teilnehmenden einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen. Sie war wiederum perfekt organisiert, die Strecken waren landschaftlich reizvoll und die Sonderprüfungen fordernd, aber nicht im übetriebenen Masse.

Nach Rücksprache mit Luca, welcher wieder auf dem Weg zur gesundheitlichen Besserung ist, werden wir im März 2026 wieder teilnehmen smiley!  

Mustang-2000.jpg
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Simon Bentley vor dem Start der letzten Sonderprüfung
Simon Bentley vor dem Start der letzten Sonderprüfung
Simon Bentley vor dem Start der letzten Sonderprüfung
... im Ziel ...
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Kommentare

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Beppi 01.04.2025 17:12

Lieber Mani und Simon
Herzliche Gratulation, wie immer jeder Herausforderung gewachsen.
Generationen Rally! Ihr seht beide sehr jung und sportlich aus.
Mani komm gut nach Hause.

Beat 30.03.2025 19:48

Lieber Mäni und lieber Mr. Bentley, herzliche Gratulation und Chapeau, dass Ihr beide euch primär Unbekannten euch so toll gemetzget habt!
Mäni, komm gut nach Hause, bis bald wieder!