2018

The Himalayan Challenge – 21. September bis 11. Oktober 2018

Robert und ich wollen hoch hinaus – über 5’000 Meter! Mal schauen, wem zuerst der Schnauf ausgeht (Mensch oder Maschine). Mit unserer ‚Isabella‘ nehmen wir diese einmalige Herausforderung an. Nur ca. 35 Fahrzeuge sind zugelassen und ein Startplatz ist alles andere als sicher. Die ursprünglich für den Frühling 2017 geplante Rallye wurde vom Veranstalter auf diesen Zeitpunkt hin verschoben. Leider sind die Folgen des kürzlich stattgefundenen verheerenden Erdbebens immer noch überall spürbar, so dass eine geordnete Durchführung der Rallye im Frühling 2017 noch nicht möglich ist.

Januar 2017

Inzwischen haben wir die schriftliche Bestätigung erhalten, dass wir definitiv dabei sind! Das freut uns natürlich sehr und ist vielleicht das Resultat unserer Bemühungen anlässlich der früheren Rallyes, uns im Pannenfall nicht wie die letzten Deppen aufzuführen und selber nach Lösungen zu suchen (und auch welche zu finden).

April 2017

Die Anmeldeunterlagen sind gekommen und wir haben uns sogleich angemeldet und auch die Anzahlung geleistet. Keine 2 Tage später haben wir unsere Teilnahme noch einmal bestätigt bekommen. Diese Rallye ist noch nicht einmal offiziell ausgeschrieben und bereits 3-fach überbucht (alles Wiederholungstäter!).

August 2017

Jetzt ist auch die Route bekannt. Gut möglich, dass wir während mehrerer Tage auf die Höhe von 5’000 M.ü.M. kommen.

Oktober 2017

Während der Classic Safari Challenge 2017 wurden die betreffenden Teilnehmer bei den Victoria Falls in Zimbabwe mit weiteren Informationen über diese Rallye bedacht. Die Strassenverhältnisse werden sehr schwierig sein und ein Verkehrsrecht existiert an den meisten Orten nur auf Papier und auch das ist nicht zwingend überall so. Nebst guter Reifenwahl und mindestens vier Ersatzreifen sind mehrere laute Hupen, die auch durch den Beifahrer bedient werden können, absolute Pflicht. Kurven werden im Gebirge auf den mehrheitlich einspurigen Strecken grundsätzlich geschnitten und wenn man vorher kein Hupsignal gehört hat, wird die Strecke als frei betrachtet. Die Rallye ist derzeit nicht mehr überbucht, da auf Grund dieser Vorinformationen diverse Stornierungen stattgefunden haben …

November 2017

Inzwischen haben wir den Newsletter No. 2 erhalten. Einer vom Team muss schon 3 Tage früher nach Delhi reisen, denn die Firma, welche unsere Oldtimer transportiert, kann diese erst auslösen, wenn der Fahrer eingereist ist und einen gültigen Einreisestempel vorweist. Na ja, es gibt Schlimmeres! Die Strecke scheint aber sehr interessant und anspruchsvoll zu werden.

17. Mai 2018 – zwischenstand der vorbereitungen

Heute haben wir die Rallyeschilder und Startnummernkleber für die Seitentüren erhalten (wir sind die Nummer 10). ‚Isabella‘ ist immer noch zu Kur bei Marcel Moser von der Fischer Classic Cars GmbH. Vor zwei Wochen haben wir defekten den Motor zerlegt und mussten feststellen, dass nicht etwa – wie in Thailand angenommen – die Nockenwelle defekt war, sondern sich das Pleuellager des 6. Zylinders buchstäblich pulverisiert und daraus ein Kolbenbruch resultiert hat. Auch die Kurbelwelle hat Schaden genommen, es gab also keine Chance, den Schaden anlässlich der Rallye zu beheben. Den ursprünglichen Auslöser für den Schaden konnten wir nicht herausfinden, es lag weder eine Überhitzung noch ein verstopfter Ölkanal vor. Am ehesten kommt ein Materialfehler in Frage, denn der Motor hatte seit der letzten umfassenden Revision erst 17’000 km auf dem Buckel. Zum Glück konnte Marcel einen neuen alten Motorblock auftreiben, welcher jetzt von einer spezialisierten Firma auf Vordermann gebracht wird. Spätestens bis Ende Juni muss ‚Isabella‘ wieder bereit sein, denn dann erfolgt bereits der Abtransport nach New Delhi, dem Ausgangspunkt unserer Rallye.
Bei der Durchsicht des Teilnehmerfeldes sind uns viele bekannte Wiederholungstäter aufgefallen, der Veranstalter hat da offensichtlich etwas Einfluss auf die Startliste genommen. Newcomers haben keine Chance, an dieser Rallye teilzunehmen. Auch wir werden gefordert sein!

Ende Juni 2018

‚Isabella‘ ist bereit! Der neue Motor hat bereits 1’500 km auf dem Buckel, zwei Ölwechsel hinter sich und läuft super! Das Drehmoment in tiefen Touren ist in der Tat beeindruckend, denn beim Bergwärtsfahren der ‚Tremola‘ am Gotthard konnte ich alle Haarnadelkurven im dritten Gang passieren und danach problemlos beschleunigen. Zudem ist der Benzinverbrauch gegenüber dem baugleichen alten Motor um rund 20% gesunken, was vermutlich auf die effizientere Nockenwelle zurück zu führen ist. Die Ersatzteile und das Werkzeug sind ebenfalls eingepackt und wir haben immer noch viel Platz im Kofferraum.

10. Juli 2018 – ‚Isabella‘ wird abgeholt (1. Versuch)

Mehr oder weniger zur abgemachten Zeit traf der Lastwagen in Seuzach ein und fand nach längerem Herumirren auch die Weiherstrasse. ‚Isabella‘ stand schon auf der Strasse bereit, aber als ich den Motor starten wollte, tat dieser keinen Wank mehr. Totaler Stromausfall! Die erste Diagnose ergab aber weder einen Kurzschluss auf den Batterien noch einen Defekt an den Hauptsicherungen. Bis dorthin war der Strom verfügbar, aber im Armaturenbrett sowie auf dem Sicherungstableau kam einfach kein Strom an und für eine weiter gehende Diagnose war die Zeit zu knapp. Der Chauffeur musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, was zum Glück nicht weiter schlimm war, da er noch andere Fahrzeuge in der Schweiz aufzuladen hatte. Also klemmte ich mich am Nachmittag hinter die Fehlersuche und wurde bald fündig: Eine Steckverbindung der Hauptstromzufuhr hinter dem Armaturenbrett war – vermutlich auf Grund früherer Vibrationen – gebrochen und wurde nur noch durch den umhüllenden Schrumpfschlauch zusammengehalten. Das erklärt auch den zweimaligen kurzzeitigen Stromunterbruch während meiner Testfahrten, welchen ich nie richtig lokalisieren konnte, da der Strom nach dem Ausrollen des Fahrzeuges wieder vorhanden war. Jetzt habe ich alle ähnlich gelagerten Steckverbindungen durch neue Quetschverbindungen ersetzt, so dass dieses Problem nicht mehr auftauchen sollte. Darauf lief ‚Isabella‘ wieder einwandfrei und sämtliche Lichter funktionierten wieder, nur eine der beiden Hupen (unsere Nebelkrähenhorn) hatte einen Kurzschluss und musste durch eine neue Hupe ersetzt werden, welche ich als Ersatzteil bereits eingepackt hatte. Schon am Abend war alles wieder bereit und ich konnte dem Chauffeur grünes Licht zur Abholung durchgeben.

11. Juli 2018 – ‚Isabella‘ wird abgeholt (2. Versuch)

Heute hat alles geklappt, ‚Isabella‘ wurde gegen 16:00 Uhr verladen und festgezurrt. Sie wird nun in Begleitung eines Citroën, eines Bentley, eines Bugatti und eines halb fertig restaurierten weiteren Oldtimers Richtung England reisen, wo dann der Verlad auf das Schiff Richtung Indien stattfinden wird.

17. August 2018 – Alle Visa und die letzten anweisungen des Organisators sind eingetroffen

Hurra, alle nötigen Bewilligungen für Indien und Nepal sind eingetroffen. Nach wie vor ist mir aber nicht ganz klar, warum die indischen Behörden auch die Personalien sowie den Geburtsort meiner Eltern wissen wollten. Vermutlich möchten sie verhindern, dass die Kinder irgendwelcher abtrüniger Pakistani unerkannt ins Land reisen und den Staat politisch unterwandern können. Daher dürfen wir auch unsere Satelliten-Telefone nicht mitnehmen, resp. müssten welche vor Ort kaufen und bei den Behörden registrieren lassen. In den letzten Informationen des Organisators wurde nochmals darauf hingewiesen, dass wir an einigen Tagen soweit im Abseits sein werden, dass keinerlei Kommunikation möglich ist und technische Hilfe erst nach Tagen eintreffen kann. Obwohl ‚Isabella‘ in einem Top-Zustand ist, nehmen wir jetzt sicherheitshalber noch Schlafsäcke und Notvorrat mit, man kann ja nie wissen. Ebenso wurden uns nochmals die in Indien und Nepal geltenden Verkehrsgepflogenheiten im Sinne von ‚Look after Yourself‘ ans Herz gelegt. Wir dürfen nichts erwarten, müssen aber jederzeit mit allem rechnen. Das stresst Röbi und mich nicht wirklich: Wer schon einmal in Ulanbataar oder anderen ähnlich gelagerten Städten im Feierabendverkehr Auto gefahren ist, weiss was ihn erwarten wird. Auch vor dem ‚Delhi Belly‘ – einer typischen indischen Magen-Darm Infektion, vergleichbar mit ‚Montezumas Rache‘ – wurde nochmals gewarnt. Selbst indische Currys mit der Schärfe ‚brennt zwei Mal‘ sollen dagegen machtlos sein. Vermutlich werde ich es bei Bedarf mit Prosecco richten müssen. 🙂

16. September 2018 – abflug mit LX 146 um 12:40 Uhr nach DelHi

Der fast achtstündige Flug verlief ruhig und reibungslos, gegen Mitternacht Ortszeit landeten wir in Delhi und wurden kurz darauf ins Hotel gefahren, wo wir unser Zimmer bezogen und jetzt nach dem Schlaf Ausschau halten.

17. September 2018 – start der verzollungsformalitäten von ‚isabella‘ …

Um 09:30 Uhr riss uns der Wecker unsanft aus dem Schlaf, offenbar hatten wir doch noch etwas an der Zeitverschiebung von 3 1/2 Stunden zu nagen. Das Frühstück war ausgezeichnet, auch wenn wir um den indischen Teil mit allen Arten von Curry und sonstigem Undefinierbaren (noch) einen grossen Bogen gemacht haben. Anschliessend mussten wir unsere Pässe und zusätzliche Passfotos abgeben. Diese wurden kopiert und die Originale an die Zollbehörden weitergeleitet, in der Hoffnung, dass die Einfuhr unserer Fahrzeuge damit etwas einfacher vor sich gehen wird. Überhaupt wird alles und überall kontrolliert, wenigstens wird so getan. Bei meiner dreiteiligen Reisetasche wurde beim Hotel-Checkin nur der mittlere Teil geöffnet und weil auf den ersten Blick keine Handgranate und kein Rackrohr gefunden wurde, auch gleich wieder verschlossen. Der Rest der Tasche sowie unser Hauptgepäck wurde nicht kontrolliert. Dafür wird Irene nach jedem Besuch des ca. 20 Meter vom Hoteleingang entfernt gelegenen ‚Rauchopferplätzchens‘ mit einem Metalldetektor abgetastet. Manchmal pfeifft es, manchmal nicht, keine Ahnung warum, jedenfalls durfte Irene noch immer ins Hotel zurück.
Das Hotel stammt noch aus der englischen Kolonialzeit, ist aber recht gut im Schuss. Es hat Unmengen von herumstehenden Personal und man darf kaum die Augen schweifen lassen, schon steht jemand da und fragt nach allfälligen Wünschen. Wir haben den ganzen Tag am Pool verbracht, uns ausgeruht und gelesen. Jetzt sind wir im Zimmer und bereiten uns auf den Apéro vor. Wir haben bereits viele bekannte Gesichter getroffen und alle freuen sich auf das bevorstehende Abenteuer. Morgen Dienstag ist nochmals Faulenzen angesagt und am Abend werden Sybille und Röbi eintreffen. Am Mittwoch werden wir einen Tagesausflug nach Agra unternehmen und das Taj Mahal besichtigen. Erst am Donnerstag werden wir unsere Fahrzeuge übernehmen und die letzten Vorbereitungen für den Start am Freitag treffen.

18. September 2018 – Besuch der Altstadt von delhi

Nach einer ersten Poolrunde bin ich zusammen mit Lars – einem anderen Rallye-Teilnehmer –  in die Stadt gefahren, um eine Tabakpfeiffe zu kaufen. Lars hat für diese Tage einen Privat-Taxi mit indischer Führung organisiert, welches permanent vor dem Hotel parkte und auf Beschäftigung wartete. Zielsicher wurden wir an die vorher gegoogelte Adresse gefahren und tatsächlich, mitten im Hauptmarktviertel gab es so etwas wie einen Tabakladen. Dieser war etwa 6 Meter lang und knapp 1.4 Meter breit. Die Gestelle an den Wänden waren zum Bersten voll mit Rauchutensilien aller Art und wehe, man drehte sich mit weiten Gewändern zu schnell um. Trotz der Enge arbeiteten Vater, Mutter und Tochter im Laden, ein Kreuzen derselben ohne Bauch einzuziehen war nicht möglich. Auf Anhieb wurde ich fündig und sah zwischen all dem Krimskrams tatsächlich eine Tabakpfeiffe. Beinahe routiniert feilschte ich um den Preis und erhielt obendrein noch einen Pfeiffenstopfer sowie einen Filtereinsatz geschenkt. Noch nie habe ich eine Tabakpfeiffe so günstig erworben und wohl noch nie hat der Verkäufer ein so gutes Geschäft gemacht. Bei der Verabschiedung, welche aus Platzgründen sicherheitshalber vor der Ladentüre (Vorhang) statt gefunden hat, hat sich die Familie fast überschlagen vor Freundlichkeit und mich gebeten, sie doch bald wieder zu besuchen. Vielleicht hätte ich doch unsere indische Begleitperson den Preis aushandeln lassen müssen.  🙂
Zurück im Hotel genoss ich eine Massage und legte mit danach erneut an den Pool, wo Irene schon wartete. Jetzt geht es dann zum Nachtessen und bald werden wohl auch Sybille und Röbi eintreffen. Spät wird es heute wohl nicht werden, denn morgen werden wir schon um 06:45 für den Trip nach Agra abgeholt.

19. September 2018 – Tagesausflug nach Agra zum Taj mahal

Pünktlich um 06:45 wurde unsere 12-köpfige Gruppe mit einem Kleinbus abgeholt und zu einer grösseren Bahnstation im Süden Delhis gefahren. Der Verkehr war wie erwartet chaotisch und trotzdem sind wir immer gerollt. Die Hierarchien sind klar: Je grösser das Fahrzeug und je lauter die Hupe, umso mehr Vortritt und Rechte hat man. Am unteren Ende der Skala sind die Fussgänger, welche in der Theorie vermutlich zum Abschuss frei gegeben sind. Auf der zweitletzten Stufe fungieren die Velo- und Mopedfahrer, man könnte sie auch als ‚potenzielle mobile Organspender‘ bezeichnen. Schwierig einzuordnen sind die Tausenden von Tuk-Tuk-Fahrzeugen, welche sich in alle möglichen und noch so kleinen Lücken quetschen, auf allen Seiten überholen und prinzipiell keine Verkehrsregeln kennen. Das gilt aber auch für alle anderen Fahrzeuge, einzig auf grossen Kreuzungen wird allenfalls das Rotlicht beachtet, dies aber aber auch nur beim rechts abbiegen (Indien hat Linksverkehr). Unser Fahrer hat sein Fahrzeug souverän durch das Verkehrsgewühl geschlängelt, aber ca. 500 Meter vor dem Bahnhof hiess es aussteigen und wir mussten den Rest zu Fuss gehen, weil um den Bahnhof herum alles restlos verstopft war. Unser Führer lotste uns mit stoischer Ruhe an allen möglichen Friktionspunkten vorbei, verscheuchte die zahlreichen Bettler mit klaren Worten (auch wenn wir sie nicht verstanden) und brachte uns wohlbehalten zum richtigen Perron. So einen indischen Bahnhof muss man erlebt haben: Wer in der Schweiz das Gefühl hat, unsere Bahnhöfe und Züge seien überlastet, dem empfehle ich einen Abstecher an einen solchen indischen Bahnhof! Da ist alles zu finden: Vornehm gekleidete Geschäftsleute, Schülerinnen und Schüler, Reisende aller Art mit Unmengen von Gepäck, Obdachlose, Bettler, Verkäufer, Kochstände und noch vieles andere mehr. Sogar Kühe wandern auf dem Perron hin und her und lassen immer wieder mal einen Fladen liegen, welcher aber zu unserem Erstaunen recht schnell beseitigt wird. Zum Glück hat der Veranstalter für uns je einen Platz im Executive-Wagon reservieren lassen, welcher bei unserer Ankunft tatsächlich auch frei war und so konnten wir die etwas mehr als anderthalbstündige Reise geniessen und wurden erst noch mit einem Essen verwöhnt. Sehr positiv hat uns überrascht, dass der Zug sowohl auf der Hin- wie auch auf Rückfahrt auf die Minute genau abgefahren ist, überhaupt, die ganze Organisation unserer Ausflüge hat bis jetzt anstandslos geklappt.
Auch in Agra war der Verkehr ähnlich chaotisch, aber nie aggressiv oder gehässig. Immer wieder erstaunlich, welche Fahrzeugmengen pro Zeiteinheit durchgeschleust werden und das klappt nur, weil alle auf einander irgendwie Rücksicht nehmen. Auch nach der Rückreise mussten wir beim Bahnhof in Delhi wieder rund 500 Meter zu Fuss bis zu unserem Bus laufen, diesmal aber im Dunkeln und mit noch mehr Getümmel und Verkehr als am Morgen und ohne nennenswerte Strassenbeleuchtung . Das hat ganz gut zu den vielen Tuk-Tuks gepasst, welche auch kaum über eine Beleuchtung verfügen.
Im Hotel angekommen genossen wir eine Dusche sowie einen letzten (resp. den ersten!) Absacker in der Bar. Bald geht’s ins Bett, denn morgen holen wir ‚Isabella‘ ab und treffen die letzten Vorbereitungen.
Ach ja, bevor ich es vergesse: Den Taj Mahal (und anderes) haben wir natürlich in der brütenden Hitze auch besichtigt. Wirklich beeindruckend, was der Grossmogul Sha Jahan zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene grosse Liebe Mumtaz Mahal hingestellt hat! Zum Glück stellt Irene nicht solche Ansprüche.  😀

20. September 2018 – Car collection, scrutineering, signing-on, welcome dinner

Zuerst herzlichen Dank allen, welche mir heute zu meinem runden und ungefähr 50-igsten  😆 Geburtstag gratuliert haben. Das hat mich sehr gefreut!
Planmässig durften wir heute ‚Isabella‘ abholen und so kompliziert die Inder im Vorfeld der Rallye manchmal gewesen sind: So eine unkomplizierte Fahrzeugübernahme haben wir noch nie erlebt! Auf der Rückfahrt vom 52 km entfernten Zolllager haben wir uns gut mit den indischen Verkehrsverhältnissen angefreundet und sind locker im Getümmel mit geschwommen. Die Hupe wurde bereits gut amortisiert und wir hoffen, dass sie bis zum Ende der Rallye durchhält. Auch den Rückweg ins Hotel haben wir fast auf Anhieb gefunden, zum Glück haben wir vor der Abfahrt ins Zollfreilager auf unserem Navi einen Wegpunkt markiert. Danach mussten wir ‚Isabella‘ technisch prüfen und abnehmen lassen, was uns auf Anhieb und ohne Probleme gelang. Auch das ganze Einschreibeprozedere sowie das Fassen der Karten und Roadbooks klappte speditiv, so dass wir um 15:00 Uhr bereits wieder am Pool bei unseren Liebsten lagen. Bald geht’s zum Apéro, dann zum Fahrerbriefing und dann zum Welcome-Dinner. Da wir morgen erst um 10:10 losfahren müssen, liegt ja vielleicht doch noch ein Geburtstags-Schlummerbecher drin …

21. September 2018 – Day 1: DelHi to Chandigarh (262 km)

Nach einer gut durchschlafenen Nacht standen wir um 09:30 Uhr bereit zum Startprozedere. Bereits vorher wurden unsere Fahrzeuge geweiht, mit einer Blumengirlande bekränzt und einem für uns unverständlichen Schriftzeichen versehen. Jetzt bekamen alle Teilnehmenden einen Farbpunkt auf die Nasenwurzel gesetzt sowie ein Armband umgestreift. Dazu wurde ein monotoner Singsang zum Besten gegeben, alles Rituale, welche uns Glück bringen und vor bösen Geistern schützen sollen. Dankbar haben wir alles angenommen, dann unsere Liebsten verabschiedet (sniff  😥 ) und sind pünktlich um 10:09 unter grosser Anteilnahme der lokalen Bevölkerung losgefahren. Der erste Tag war wie angekündigt locker, wir mussten uns ’nur‘ über 262 km im indischen Verkehr bewegen und noch keine Sonderprüfungen absolvieren. Das hat alles reibungslos geklappt und so lagen wir um 15:30 Uhr bereits wieder am Pool, diesmal im Hotel Taj in Chandigarh. Das wird vermutlich für längere Zeit das letzte Hotel mit Pool bleiben, denn in den nächsten Tagen werden wir uns im hintersten indischen Teil des Himalaya-Gebirges bewegen und Pässe bis 4’600 Meter ü. Meer erklimmen. Die gestern am Fahrer-Briefing gezeigten Bilder waren auch für uns routinierten Teilnehmer beeindruckend, so gibt es zum Beispiel eine Bergstrecke von 55 km Länge, deren Anfang und Endpunkt luftlinienmässig nur 8 km auseinander liegen (rechne das einmal auf die minimal mögliche Anzahl Haarnadelkurven um …).
Wir gelangen ab Morgen in sehr abgelegene Gebiete und daher ist es gut möglich, dass wir lange Zeit keine Kommunikation ’nach aussen‘ haben werden. Macht euch also keine Sorgen, wenn ihr während Tagen nichts in meinem Blog lesen könnt. Schreiben werde ich natürlich nach wie vor und dies dann gesammelt in den Blog stellen, sobald wir wieder Empfang haben.

22. September 2018 – day 2: Chandigarth to McLeod Ganj (270 km)

Glücklicherweise hat es heute nur ein einziges Mal geregnet, dafür durchgehend und immer noch anhaltend. Das indische Strassennetz ist frei von jeglicher Entwässerung oder ähnlichen Annehmlichkeiten, so dass unsere Fahrt eher einem Wasserlachen-Springen glich. Die immer noch zahlreichen Moped-Fahrer wurden rücksichtslos geduscht, was diese aber nicht sonderlich zu stören schien. Leider waren auch alle Schlaglöcher mit Wasser gefüllt, so dass deren Tiefen nicht annähernd abgeschätzt werden konnten. Das alles konnte ‚Isabella‘ nicht aus der Ruhe bringen, zuverlässig spulte sie die ganzen 260 Etappenkilometer ab.
Inzwischen können wir definitiv bestätigen, dass sämtliche Verkehrsregeln, Mittel- und Sicherheitslinien reine Empfehlungen sind. Am ehesten kann man sich darauf verlassen, dass der Linksverkehr ziemlich flächendeckend akzeptiert ist und auch angewendet wird. Bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel und so kann es gut einmal vorkommen, dass einem auf der ‚richtigen‘ Seite ein Falschfahrer entgegen kommt. Wenn dann gleichzeitig noch eine heilige Kuh im Wege steht, kann es schon etwas eng werden.
Aber auch all das konnte uns nicht erschüttern und wir sind auf dem letzten Drücker, aber pünktlich im Hotel auf 2’000 Meter ü. Meer angekommen. Die letzten Kilometer waren teilweise sehr steil und man war froh, nicht anhalten und erneut anfahren zu müssen. Das ist einem der Bentley-Fahrer zum Verhängnis geworden (jawohl, genau demjenigen, welcher schon auf der letztjährigen Südafrika-Rallye Einzug in meinen Blog gefunden hat), denn dieser musste anhalten und konnte nicht mehr anfahren. Seine Frau stieg aus und versuchte, das mehr als 2 Tonnen schwere Fahrzeug anzuschieben, was jedoch nicht gelang. Erst dank der Hilfe von zufällig anwesenden Soldaten und mit stark schleifender (und stinkender) Kupplung gelang das Manöver. Während dieser Aktion haben wir ihn überholt und leider das Einsteigen seiner Frau ins fahrende Auto verpasst. Es ist aber alles gut gegangen, denn knapp 5 Minuten nach uns kam er ins Ziel.
Wir fuhren heute viel über Land und durch einige Städte und Dörfer. Immer war ein riesengrosser Betrieb und trotz aller schlammigen Strassen und total durchnässten Einwohnern wurden wir überall fröhlich begrüsst und fotografiert. Die sichtbare Armut und Bescheidenheit ist manchmal erdrückend und stimmt nachdenklich, andererseits ist die gezeigte offene Fröhlichkeit bewundernswert!

23. September 2018 – day 3: McLeod Ganj TO Manali (230 km)

Nach einer weiteren Regennacht sind wir morgens um 09:11 Uhr Richtung Manali losgefahren, es lagen ja nur 230 km vor uns. Die in diversen Wetter-Apps angekündigte Wetterbesserung ist leider nicht eingetroffen und so pflügte sich ‚Isabella‘ weiterhin zuverlässig durch die Wassermassen. Der Verkehr war dank des Sonntags nicht übermässig stark, wurde aber immer wieder durch zahlreiche kleinere Erdrutsche behindert. Teilweise mussten wir Umfahrungen suchen, da wegen umgestürzter Bäume die Hauptstrasse nicht passierbar war. Wiederum durchfuhren wir einige kleinere und grössere, diesmal recht saubere Dörfer. Bei nährem Hinsehen war auch bald klar, warum diese jetzt verhältnismässig sauber waren: Mangels Kanalisation reissen die Wasserfluten sämtlichen Dreck und Abfall mit sich, spülen ihn in immer grössere Bäche und irgendwann landet das ganze in den Weltmeeren.
Kilometer um Kilometer fuhren wir das Tal hoch, immer an Rande eines tosenden Flusses. Gewaltige Wassermassen strömten talabwärts und rissen alles mit sich, was irgendwie in die Quere kam. Von manchen Häusern/Hütten waren die Fluten nur noch wenige 10 Zentimeter entfernt. Die Strassen waren bis auf kleinste Ausnahmen schlecht bis sehr schlecht, selbst in Russland haben wir kaum solche Strassen während so langer Zeit befahren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug häufig nur etwa 20 bis 25 km/h.
Einige Strassenbauarbeiten erschwerten die Reise zusätzlich, denn es wurde der Verkehr periodisch aus beiden Richtungen angehalten, dann fuhren Bagger auf und schaufelten Dreck von einer Stelle zur anderen, bevor dann nach ungefähr 20 Minuten der Verkehr wieder frei gegeben wurde. Zudem säumten riesige Wasserlachen den Weg und man wusste nie genau, wie tief sie wirklich waren. ‚Isabella‘ scheint nur einmal etwas zuviel Wasser geschluckt zu haben, denn plötzlich setzte die Zündung aus und der Motor starb ab. Doch schon knapp 20 Sekunden später sprang der Motor wieder an und wir konnten weiterschwimmen.
Auf dem Weg zum Kandi-Pass fuhren wir eine Regularity, auf welcher man konstant ’nur‘ 25 km/h fahren musste. Das hat auch völlig gereicht, denn wir wurden gehörig durchgeschüttelt. Trotzdem waren wir 8 Sekunden zu schnell (keine Ahnung warum), so dass wir unseren gestrigen 1. Rang auf der Gesamtrangliste verlieren werden. Macht aber nichts, es liegt noch viel Arbeit vor uns. Nach der letzten Passage-Control lagen noch 71 km vor uns und dafür hatten wir 3 Stunden Zeit. Das verhiess nichts Gutes! In der Tat kamen wir nur sehr langsam voran und als uns andere früher gestartete Rallye-Teilnehmer entgegen kamen, war klar, dass die vorgegebene Route unpassierbar war. Wir suchten eine Ausweichroute, fuhren weg vom tosenden Fluss in die Berge und folgten der Strecke auf der anderen Seite des Tales. Die Verhältnisse waren da nicht besser, zudem begann es einzudunkeln. Die Inder schalten das Fahrlicht offensichtlich erst dann ein, wenn sie selber gar nichts mehr sehen und so mussten wir das Tempo noch weiter reduzieren, um nicht auf den einen oder anderen ‚Blindgänger‘ aufzufahren.
Zwei Kilometer vor dem Hotel und bereits am Rande von Manali angekommen war definitiv Schluss. Die zum Hotel führende Hauptstrasse war wegen eines Hangrutsches komplett blockiert. Nichts ging mehr und so versuchten wir, auf der anderen Flussseite eine Umfahrung zu finden. Unser Navigationsgerät zeigte eine solche an und so nahmen wir diesen Weg unter die Räder. Rund 20 km lang wäre diese Strecke gewesen, 10 km talaufwärts, wieder über die Brücke auf die andere Talseite und dann zurück auf der gesperrten Hauptstrasse bis zum Hotel. Leider war diese Ausweichroute nur wenig breiter als die gezogene Linie auf dem Navigationsgerät und frei von jeder Strassenbeleuchtung. Bereits verstellten uns einige umgekippte Bäume und diverse Steine den Weg, welche Röbi jeweils routiniert zur Seite schob. An diversen Stellen schossen Wasserfontänen aus dem Felsen und zum Glück konnten wir immer genügend schnell die Fenster schliessen, sonst wären wir schon zu diesem Zeitpunkt ziemlich nass geworden. Nach rund 4 km war in Folge eines weiteren Hangrutsches definitiv Schluss und wir mussten umkehren.
Zurück in Manali trafen wir auf einige umherirrende Rallye-Teilnehmer und etwas später auch auf einen Offiziellen der Rallye. Die Organisation konnte inzwischen mit Hilfe lokaler Unterstützung den mit Mauern umgebenen Pausenplatz einer Schule requirieren, wo wir alle unsere Fahrzeuge abstellen konnten. Danach packten wir unser Gepäck und machten uns zu Fuss auf den Weg zum rund zwei Kilometer entfernten Hotel. Zuerst mussten wir zum Fluss hinunter, dann via Brücke über die tosenden Fluten und ca. 500 Meter die gesperrte Strasse hinauf bis zum Hangrutsch. Es goss weiterhin wie aus Kübeln, als wir unser Gepäck und uns selber über die Schlammlawine quälten. Diese war geschätzt etwa 20 Meter breit und maximal 3 Meter hoch, zu Fuss also durchaus passierbar. Auf der anderen Seite wartete ein offener Ladewagen und dieser brachte uns nochmals einige hundert Meter auf der offenen Pritsche den Berg hinauf zum Hotel. Ziemlich duchnässt bezogen wir unser Zimmer, machten eine Auslegeordnung aller Untensilien und hängten alles zum Trocknen auf. Um 22:00 Uhr genossen wir ein ausgezeichnetes Nachtessen und schlossen den Abend – da ja ein Ruhetag bevorstand – an der Bar ab.

24. September 2018 – day 4: manali (rest day)

Heute Morgen hat der Regen nachgelassen, derzeit (11:00 Uhr) regnet es nur noch ganz leicht und die Sicht ist besser. Wir sind auf ca. 2’000 Meter ü. Meer und können die verschneiten Bergspitzen der umliegenden hohen Gipfel sehen. Die Wetterprognosen sind etwas günstiger, doch derzeit weiss niemand, wann und wie es weiter geht. Nach Aussagen des Hotel-Direktors sind solche heftigen Regenfälle unüblich zu dieser Jahreszeit, das letzte Mal sei das 1995 vorgekommen.
Uns geht es gut und wir können das Ganze mit viel Humor nehmen, denn schliesslich haben wir ja etwas Abenteuer gesucht. Auch ‚Isabella‘ geht es gut, nur die Standheizung hat nach dem ersten Tag den Geist aufgegeben. Wir haben den Grund noch nicht gefunden (und wegen des permanenten Regens auch noch nicht gesucht). Na ja, wir haben genügend warme Kleider und so kalt ist es (noch?) nicht. Wir warten jetzt also ab, was weiter geschieht.
Der gestrige Abend hat gezeigt, wie verschiedene Leute mit schwierigen Situationen umgehen können: Gut Auto fahren und navigieren können ausnahmslos alle, aber wenn dann der Hotelbezug nicht planmässig funktioniert, das Wetter nicht mitspielt, es dunkel ist und keine Taxis zur Verfügung stehen, man zu Fuss gehen muss, dann kann schon mal der eine oder andere lauthals lamentieren. Dabei hat es der Organisator geschafft, für total 50 Fahrzeuge in kürzester Zeit einen anderen geschlossenen Parkplatz zu organisieren und das in Indien! Es sind übrigens nicht alle Rallye-Teilnehmer im geplanten Hotel angekommen. Einige haben sich in Manali selber ein anders Hotel gesucht und von einigen haben wir (die Organisation vermutlich schon) noch gar nichts gehört. Wir wissen auch nicht, wo die beiden Mechaniker-Crews untergekommen sind. Diese sind wirklich nicht zu beneiden. Sie hatten schon viel zu tun und dies alles bei strömenden Regen und im Freien. Es gab schon einige technische Ausfälle und einer der sechs angemeldeten Bentleys konnte gar nicht starten und ist immer noch in Delhi. Wir sind gespannt, wie es weiter geht!
Nachtrag um 16:30 Uhr: Seit Stunden regnet es wieder wie aus Kübeln und so wie es aussieht, bleiben wir morgen Dienstag nochmals einen Tag in Manali und fahren am Mittwoch ein Stück zurück und direkt nach Shimla. Schade, müssen wir einige schöne und anspruchsvolle Etappen auslassen, aber die Sicherheit geht vor und Schneeketten hat auch niemand dabei!

25. September 2018 – day 5: Ausserplanmässiger rest day

Seit heute Morgen scheint doch tatsächlich die Sonne wieder! Um 09:00 Uhr wurden wir wiederum mit einem Pritschenwagen abgeholt und bis zur Erdrutsch-Stelle gefahren. Die Elementarschäden sind einiges grösser als angenommen. Ganze Strassenabschnitte sind weggespült worden und ein Passieren dieser Stellen war nur zu Fuss möglich. Mit unserem Gepäck überwanden wir alle Hindernisse und gelangten mit einem anderen Pritschenwagen zu unseren Fahrzeugen. Inzwischen hat die Organisation ein neues Hotel mit genügend Parkplätzen auf der richtigen Flussseite gefunden und so fuhren wir rund 3 km talabwärts. Auf dem Parkplatz haben wir ‚Isabella‘ gründlich geprüft und alles für in Ordnung gefunden. So werden wir jetzt nochmals einen Tag lang ausruhen, bevor es morgen direkt nach Shimla geht, wo wir vermutlich nochmals 3 Ruhetage haben. Schade, aber die Originalstrecke ist wirklich unpassierbar und wird es noch lange bleiben!
Nachtrag um 20:30 Uhr: Soeben haben wir erfahren, dass wir morgen bereits um 05:00 Uhr aufbrechen und rund 20 km im Konvoi fahren müssen. Auch talabwärts hat es einige Brücken weggerissen und nur noch eine einzige, sehr schmale Brücke ist befahrbar. Es ist noch nicht ganz sicher, ob alle unsere Fahrzeuge durchpassen, aber wir werden vorsichtshalber von einer Polizeieskorte angeführt, welche die Brücke für uns sperren wird, denn es darf immer nur ein einziges Fahrzeug auf’s Mal auf die Brücke. Nach dem Passieren dieser Brücke sollten dann keine speziellen Hindernisse mehr auftauchen und wir werden auf einer uns noch nicht bekannten Route weiter nach Shimla fahren.
Bekanntlich gibt’s der Herr den Seinen im Schlaf und die Anderen müssen – zumindest einige davon – sich auf das Bauchgefühl verlassen können. Kaum haben wir heute morgen im neuen Hotel eingecheckt, haben wir sofort die einzige Tankstelle in Manali aufgesucht und den Tank von ‚Isabella‘ gefüllt. Wie wir richtig vermutet hatten, waren wir nicht die einzigen und ab Mittag war alles Benzin ausverkauft. Nachschub ist nicht in Sicht, denn auch für die Tankfahrzeuge sind alle Strassen unpassierbar. Einige Rallye-Teilnehmer, welche erst heute Abend oder morgen tanken wollten, haben nun ein ernsthaftes Problem. Hier wird aber der Team-Spirit schon dafür sorgen, dass die gut gefüllten Reservekanister der Anderen den Weg zu den auf dem Trockenen sitzenden Teilnehmer finden werden.
Der Tankvorgang war übrigens ein Erlebnis für sich: Wir waren von vielen Schaulustigen umstellt, welche alle Fotos von uns und mit uns schiessen wollten. Das Benzin plätscherte in dieser Zeit gemächlich in den Tank (die indischen Zapfsäulen kennen keine Eile) und nach etwa 50 getankten Litern wurde der Tankwart zunehmend unruhiger. Bei 70 Litern schaute er unter das Auto und 10 Liter später rief er seinen Kollegen zu Hilfe. Beide schauten nochmals unter das Auto, offenbar auf der Suche nach auslaufendem Benzin. Ich erlöste dann die beiden von ihren Sorgen und erklärte, dass maximal 150 Liter rein gingen, der Tank aber nicht ganz leer sei. Nach 130 Litern klickte der Zapfhahn und die Erleichterung der Beiden war spürbar. Der zu zahlende Betrag von 11’088.66 Rupien überstieg jedoch die mathematischen Fähigkeiten des bereits ziemlich nervösen Tankwartes und er konnte den Betrag auch nach dem x-ten Anlauf nicht in das Kartenlesegerät eintippen. Jetzt wurde der Chef gerufen und tatsächlich, diesem gelang die Eingabe auf Anhieb. Leider hat das nichts genützt, denn das Lesegerät konnte nur indische Kreditkarten verarbeiten. Da wir zu wenig Rupien bei uns hatten, schlug ich vor, in Dollar zu zahlen. Der Chef meinte, dies sei kein Problem, nur habe er keine Ahnung, wie der Kurs sei und umrechnen könne er das auch nicht. Also habe ich ihm den gemäss meinem letzten Kennnisstand ungefähren Kurs angegeben, alles umgerechnet und grosszügig aufgerundet. Er nickte hocherfreut und bedankte sich überschwänglich, auch wenn er vermutlich von der Umrechnung kaum etwas verstanden hatte.

26. September 2018 – day 6: manali to shimla (250 km)

Pünktlich um 05:00 Uhr setzte sich unsere Wagenkolonne in Bewegung und wir fuhren die 25 km zur derzeit einzigen befahrbaren Brücke ins stockdunkle Tal hinunter. Von einer offiziellen Eskorte war weit und breit nicht zu sehen, da aber so gut wie gar kein Verkehr vorhanden war, störte das nicht weiter. Wir kamen entsprechend zügig voran (30 bis 40 km/h), bis wir auf eine grössere Kuhherde auffuhren, welche von einem einzelnen Hirten entlang der Strasse getrieben wurde. Diese Kühe liessen sich durch gar nichts aus der Ruhe bringen, trotteten gemächlich vor und neben uns her und rissen immer wieder einmal saftige Blätter von den Sträuchern am Strassenrand. Des öfteren viel ein Häufchen mal hierhin, mal dorthin und dies mir mehr oder weniger Nachdruck, so dass wir vorsichtshalber die Fenster schlossen. Der Hirte gab sich alle Mühe, die Kühe voranzutreiben, was ihm aber nur leidlich gelang. Nach etwa 400 Meter bog die Herde ab und wir konnten wieder Fahrt aufnehmen. Als wir bei der Brücke ankamen, war es bereits taghell und wir konnten feststellen, dass der Veranstalter nicht zu viel versprochen hatte. Es handelte sich um eine rund 200 Meter lange und knapp 2 Meter breite Hängebrücke. Alles war aus Drahtseilen konstruiert, selbst die Geländer bestanden aus Seilen, welche mit regelmässig verwobenen Pfosten auf Distanz gehalten wurden. Diese Pfosten waren auf Grund früherer Fahrzeugkontakte in der Mehrzahl krumm und ragten mal mehr, mal weniger in die Fahrbahn hinein. Der Veranstalter hat alle seine Mitarbeitenen leuchtende Warnwesten anziehen lassen, was der nun folgenden Verkehrsregelung einen etwas offiziellen Anstrich gab. Auf der anderen Seite wurde die Zufahrtsstrasse gesperrt und wir konnten die Brücke passieren. Maximal 1 Auto durfte auf die Brücke, welche bei jeder Überquerung hin und her schwankte. Röbi, der jeweils die Morgen-Etappe fährt, brachte ‚Isabella‘ ohne jeden Kratzer als zweites Rallye-Fahrzeug auf die andere Seite und ich hatte jetzt Zeit zum Fotografieren. Einige Beifahrer haben die Brücke zu Fuss überquert, offenbar fühlten sie sich dabei weniger unsicher als in ihrem Auto. Im Grossen und Ganzen hat aber alles gut geklappt, auch wenn es da und dort kleine Kratzer gegeben hat.
Von jetzt an konnten wir frei fahren und wir haben den Weg nach Shimla auf Anhieb gefunden. Die Strecke war etwas mühsam, da in schlechtem Zustand und teilweise sehr stark von Lastwagen befahren. Zudem war es schon wieder recht heiss und staubig. Für die total 250 km benötigten wir 9 Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 28 km/h entspricht. Genau 4.3 km war ein bestens ausgebautes Autobahnstück lang, welches so abrupt aufgehört wie es begonnen hatte (aber auch dort ruhte sich eine Kuh auf der Überholspur aus). Der Weg führte über diverse kleinere sehr kurvige Pässe wo die mehrheitlich überladenen Lastwagen nur langsam vorwärts kamen und jedes Überholmanöver zur Herausforderung wurde. Entlang der Strecke war alles mehr oder weniger bebaut und man konnte nicht feststellen, wo das eine Dorf endete und wo das Nächste begann. Fahrzeuge werden grundsätzlich dort parkiert, wo es dem Fahrer gerade am besten passt und dadurch wird für weitere Verkehrshindernisse gesorgt. Die Linienbusse halten jeweils recht unvermittelt bei für uns nicht erkennbaren Stationen an, was alle hinterher fahrenden Fahrzeuge ebenfalls zum Stoppen bringt. Der Ein- und Aussteigevorgang geht dafür sehr speditiv voran, da der Fahrer bereits wieder losfährt, bevor die letzten Passagiere vollständig eingestiegen sind.
Immer wieder wurden wir von hupenden Kamikaze-Fahrern überholt, welche ohne jede Rücksicht auf Verluste nach vorne drängen und auch an den unübersichtlichsten Stellen überholen. Allfällig entgegenkommender Verkehr muss dann irgendwie ausweichen, was auch mehrheitlich gelingt und niemand regt sich darüber auf. Uns ist jetzt klar, warum Indien pro Jahr 150’000 Verkehrstote zu beklagen hat.
Die abertausenden von Lastwagen der Marken Tata, Eicher und Magirus sind in der überwiegenden Mehrzahl in einem schlechten Zustand, werden häufig nur durch den Rost zusammengehalten, fahren auf abgewetzten profillosen Reifen und vor allem, sie stinken und qualmen erbärmlich! Wenn wir in Europa von einem Diesel-Abgasskandal reden, dann fehlen mir für die Situation in Indien schlichtwegs die passenden Worte. Würde man die mutmasslich 20 Milliarden Euro Busse, welche die deutschen Automobilkonzerne zahlen müssen, in den Ersatz solcher Lastwagen stecken, wäre das ein echter Beitrag zum Erreichen der Klimaziele!

27. September 2018 – day 7: Ausserplanmässiger rest day

Gestern wurde es doch noch etwas später an der Bar und so konnten wir in Ruhe ausschlafen. Röbi hat sich bald an den Pool begeben während ich eine Massage genossen habe. Danach wanderte ich zum rund 2 km entfernten Zentrum (eines von vielen) von Shimla und beobachtete das emsige Treiben an den hunderten von Verkaufsläden. In einem der Läden habe ich für umgerechnet 2 Franken einen grossen Golfschirm erstanden, man weiss ja nie, ob der Regen zurück kommt. Das Wetter ist recht schön und warm, aber dunkle Wolken am Horizont lassen derzeit nichts Gutes erahnen.
Shimla ist die auf über 2’200 Meter ü. Meer liegende Hauptstadt des nordindischen Bundesstaats Himachal Pradesh, der in den Ausläufern des Himalaya-Gebirges liegt. Die Bevölkerung von Shimla wird mit rund 370’000 Personen angegeben. Alles ist verhältnismässig sauber und gut organisiert. Unsere Hotel liegt in der Nähe einer schwer bewachten Militärkaserne und auch die Polizei ist allgegenwärtig. Ich habe allerdings nicht herausgefunden, was deren Aufgabe ist, ganz sicher nicht die Verkehrsregelung. Der Verkehr läuft jedoch deutlich gesitteter ab als sonst und auch die Fahrzeuge sind meist recht neu. Für Taxidienste werden Elektromobile genutzt, denn das Zentrum ist auto- und rauchfrei! Auch Bettler sind kaum zu sehen, dafür Unmengen von Kindern, alle in einer einheitlichen Schuluniform gekleidet. Dazwischen sind immer wieder ganze Pavian-Horden mit jungen und alten Exemplaren zu sehen und man muss aufpassen, dass einem nichts gestohlen wird. Einer Rallye-Teilnehmerin wurde bereits die Handtasche gestohlen, da diese aber offenbar zu schwer für den Transport in den Baum war, wurde sie wieder fallen gelassen und konnte von der ziemlich überraschten  Besitzerin wieder in Empfang genommen werden.
Morgen wechseln wir in jenes Hotel, welches wir am Ende des 8. Rallye-Tages so oder so in Shimla bezogen hätten und sind dann wieder im ursprünglichen Rallye-Fahrplan drin. Der Weg dorthin ist nur wenige Kilometer lang, aber damit wir nicht aus der Übung kommen, hat unser Veranstalter gestern und heute einen rund 100 km langen Rundkurs mit einer Sonderprüfung ausgekundschaftet, dessen Ziel beim neuen Hotel sein wird. Um 10:01 Uhr soll es morgen losgehen und wird uns bei der aktuellen Verkehrslage wohl den ganzen Tag beschäftigen.

28. September 2018 – day 8: shimla to shimla (110 km)

Tatsächlich ist es dem Veranstalter gelungen, kurzfristig eine neue Etappe auf die Beine zu stellen und das erst noch mit zwei Sonderprüfungen. Wir kurvten über verschiedene Bergstrecken und erreichten fast 2’800 Meter ü. Meer. Total 110 km waren zu absolvieren, dies wiederum auf den üblichen indischen Verkehrswegen mit dem üblichen Getümmel. Beide Sonderprüfungen haben wir mit einer Differenz von 4 Sekunden absolviert und langsam ist uns auch klar, wo die Differenzen zu suchen sind. Unser Trip-Master stimmt zwar sehr genau mit dem Satelliten-Navigationssystem überein, aber nicht genau mit denjenigen Messinstrumenten des Veranstalters. Auf 6.5 km Strecke hatten wir 50 Meter Abweichung, was bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h bereits 6 Sekunden ausmacht. Natürlich spielt auch das ‚Schneiden‘ von Kurven eine grosse Rolle und ein wenig Glück braucht man auch, denn je nach Gegenverkehr kann man viel Zeit verlieren, welche wieder aufgeholt werden muss. In unserer Kategorie der Vorkriegsfahrzeuge sind wir weiterhin auf dem 1. Platz, auf der Gesamtrangliste wohl irgendwo zwischen dem 4. und 6. Platz. Genaues werden wir erst im Laufe des Abends erfahren.
Gegen Ende der zweiten Sonderprüfung begann es zu regnen und zu hageln und kurz vor dem Hotel schüttete es wie aus Kübeln. Die rund 400 Meter lange Auffahrt zum Hotel war sehr steil und für manches ältere Fahrzeug eine Herausforderung, da immer wieder Gegenverkehr zu verzeichnen war. ‚Isabella‘ kämpfte sich einmal mehr tapfer durch die Fluten und meisterte die Steigung, ohne mit den Scheinwerfern zu zucken. Dafür haben wir seit Mittag Probleme mit dem Anlasser, der plötzlich den Geist aufgab. Getreu dem Motto: Wer sein Auto liebt, der schiebt, haben wir trotzdem starten und die Etappe fristgerecht beenden können. Auf Grund des Regengusses haben wir auf eine sofortige Fehlersuche verzichtet und ‚Isabella‘ beim Hotel so hingestellt, das wir sie morgen anrollen lassen können. Ein erster Anlassversuch hat aber wieder problemlos geklappt, so dass das Problem eher bei den elektrischen Anschlüssen zu suchen ist. Morgen haben wir einen Ruhetag und werden und dieser Angelegenheit widmen.
Unser Hotel ist im englischen Kolonialstil gehalten, wunderschön und auf rund 2’600 Meter ü. Meer gelegen. Vermutlich hat es mehr Bedienstete als Gäste, alleine in der Bar arbeiten 11 Personen und kaum lässt man die Augen auch nur halbwegs suchend in den Raum schweifen, steht bereits jemand da und fragt nach den Wünschen. Wir haben es sicherheitshalber bei ungefähr einem Bier und einer grossen Nüssli- und Chipsschale bewenden lassen, ansonsten wir keinen Appetit mehr auf das Nachtessen gehabt hätten.
Soeben haben uns drei Paviane auf dem Hotel-Balkon besucht und neugierig ins Zimmer geschaut. Selbstverständlich haben wir die Weisungen des Hotels befolgt und kein Futter gegeben. Wir werden aber vorsichtshalber auf das Schlafen bei offenem Fenster verzichten.
Morgen ist wieder ein (planmässiger) Ruhetag vorgesehen, bevor es dann am Sonntag auf die nächste Etappe geht.

29. September 2018 – day 9: shimla (rest day)

Das Frühstück konnten wir heute draussen auf der Sonnenterrasse bei strahlendem Sonnenschein einnehmen und einen beeindruckenden Rundblick geniessen. Alle umliegenden Hügel sind bewaldet, obwohl wir auf 2’600 Meter ü. Meer sind und das Klima ist sehr angenehm.
Nach dem Frühstück haben wir den Anlasser untersucht, konnten aber nirgends ein Problem feststellen, weder am Anlasser selber noch an der Verkabelung. Einzig ein Massekabel, welches den Motor via Chassis mit dem Minuspol der Batterie verbindet, konnten wir nirgends entdecken. Ob dieses beim letzten Motorenwechsel vergessen ging? Offenbar fliesst der Strom irgendwie über die Schrauben der Motor- oder Getriebeaufhängung, was sicher nicht optimal ist, andererseits ist ‚Isabella‘ heute morgen wieder problemlos angesprungen, so dass wir nichts weiter unternommen haben. Sollte das Problem wieder auftauchen, werden wir mit dem Starthilfekabel eine provisorische Überbrückung basteln.
Allgemein sind die Fahrzeuge in einem guten Zustand, bis jetzt sind erst drei Komplettausfälle zu verzeichnen. Es war ja auch genügend Zeit für Reparaturen vorhanden und vier anspruchsvolle Rallye-Tage konnten wir bekanntlich gar nicht fahren. Viele Fahrzeuge weisen aber auf den Seiten und an den Ecken als Folge des indischen Verkehrsgetümmel diverse Kampfspuren auf, grössere Schäden oder Unfälle sind bis jetzt aber keine zu verzeichnen. Hoffen wir, dass es so bleibt!
Morgen starten wir bereits um 07:00 Uhr, denn es steht uns eine lange und schwierige Etappe bevor.

30. September 2018 – day 10: shimla to mussoorie (298 km)

Eine halbe Stunde vor dem Start, also um 06:30 Uhr, bekamen wir neue Anweisungen. Die geplante Strecke konnte wegen eines Felssturzes nicht befahren werden. So musste der Organisator erneut eine andere Strecke suchen, was ihm auch gelang, allerdings waren es jetzt total 300 km und die dafür erlaubte Zeit wurde auf 10.5 Stunden verlängert. Dafür entfiel die heutige Sonderprüfung.
Auf diesen 300 km haben wir vermutlich alles gesehen, was Indien zu bieten hat. Gestartet sind wir auf 2’600 Meter ü. Meer und fuhren über kurvige, aber gut ausgebaute Strassen mit wenig Verkehr und (fast) ohne Abfälle. Doch schon bald nahm der Verkehr, insbesondere die Anzahl der Lastwagen massiv zu und die Strassen wurden immer schlechter. Es staubte immer mehr und stank nach allem möglichen. In den durchfahrenen Dörfern hielten sich Unmengen von Personen auf und versuchten, möglichst unfallfrei dem Strassenverlauf zu folgen. Trottoirs oder ähnliches gab es nirgends und nicht wenige Male wurden die weit wallenden Saris der Inderinnen von den Fahrzeugen gestreift. Alles war voller Abfall und die wenigen grossen Müllmulden waren alle voll, resp. es lag vieles darum herum, da die häufig vorkommenden Paviane alles durchwühlen. Im ganzen Schutt und Dreck spielen die Kleinkinder, als wäre es das normalste der Welt. Selbstverständlich haben auch die Kühe und streunenden Hunde nicht gefehlt, welche im Abfall nach etwas Essbarem suchten. Die Behausungen waren im besten Fall halb verfallene ein- bis zweistöckige Backsteinbauten, häufig aber auch Zelte oder dann einfach Plastikblachen, welche über ein rudimentäres Holzgestell gespannt waren. Geheizt wird mit kleinen Feuerchen und als Brennmaterial dient der Abfall, was zusätzlichen Rauch und Gestank erzeugt. Direkt an der Strasse wurden alle Arten von Gemüse und Früchten angeboten, Staub inklusive. Manchmal kann man fast nicht hinschauen und vielen Kindern sieht man an, was wenig rosig wohl ihre Zukunft sein wird. Aber unvermindert ist die Freude und Fröhlichkeit, welche uns permanent entgegengebracht wird. Es wird gewunken, gejohlt und fotografiert. Manchmal stehen die Leute einfach vor das langsam fahrende Fahrzeug oder auf die Trittbretter, damit es für die Foto möglichst gut aussieht.
Irgendwann mussten wir abzweigen und plötzlich gab es keinen Verkehr mehr, nur gut ausgebaute, aber immer noch sehr kurvige Strassen mit kaum Schlaglöchern und Natur soweit das Auge reichte. So konnten wir etwas Zeit gut machen und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf über 35 km/h steigern. Die Navigation war anspruchsvoll, denn wir haben vom Veranstalter nur rudimentäre Angaben erhalten. Es gäbe zwar Strassennummern, aber die sieht man auf den Distanzsteinen erst, wenn man auf der Strasse schon ein gutes Stück gefahren und ausserhalb eines Dorfes ist. Die wenigen Wegweiser bei den Kreuzungen sind entweder krumm gefahren, fehlen gänzlich oder dann ist alles auf indisch angeschrieben. So sind wir viel nach Gefühl, Kompass und Wegpunkten gefahren und haben trotzdem alle vier Passage-Controls auf Anhieb gefunden.
Für die letzten 50 km hatten wir noch drei Stunden Zeit. Von 450 Meter ü. Meer ging es über eine sehr schmale, aber immerhin geteerte Strasse ein idyllisches Tal nach Mussoorie auf 2’000 Meter ü. Meer hinauf. Das Kreuzen der Fahrzeuge war immer wieder ein Erlebnis, vor allem wenn einem Lastwagen oder Touristenbusse entgegenkamen. Häufig war beidseits der Fahrzeuge nur wenige Finger breit Platz und trotzdem ist alles ohne Schrammen und Beulen abgelaufen. Die Hupe war im Dauereinsatz und scheint schon etwas heiserer geworden zu sein. Kurz vor dem Ziel mussten wir uns nochmals durch stark belebte Dörfer kämpfen, alleine für die letzten 5 km brauchten wir fast 40 Minuten.
Man merkt schon: Sobald man in Tourismus-Regionen kommt, ist die Qualität der Umgebung, der Strassen und Häuser eine ganz andere als in Regionen ohne Touristen. Die Unterschiede sind frappant, mit Ausnahme des Verkehrschaos, welches in Dörfern immer etwa gleich ist. In besseren Gegenden hat es wenigstens Verkehrspolizisten, welche mitten im Getümmel stehen, irgendwelche Zeichen geben und permanent in eine Trillerpfeiffe blasen. Röbi und ich sind zuversichtlich, bis zum Ende der Rallye herausgefunden zu haben, wozu diese Pfeifferei gut ist.

1. Oktober 2018 – day 11: mussoorie to rishikesh (203 km)

Auch der heutige Tag hatte es in sich, es waren zwar nur 203 km zu fahren, aber wir kamen über einen Schnitt von 25 km/h nicht hinaus. Die maximale Geschwindigkeit betrug 57 km/h. Die ersten 140 km waren sehr kurvig, aber traumhaft, wir fuhren zwischen 1’200 und 2’500 Meter ü. Meer von einem Tal ins andere, alles in bewaldeten Gebieten und teilweise entlang einem riesigen Stausee. Die Strassen waren alle sehr eng und das Kreuzen schwierig. Die Schäden der jüngsten Regenfälle waren immer noch gut sichtbar, hinderten uns aber kaum am (langsamen) Vorwärtskommen.
Die letzten 63 km waren hingegen eine durchgehende Strassenbaustelle bis fast vor das Hotel. Auch hier wurden primär die Schäden aus den Regenfällen behoben, welche für uns Schweizer fast unvorstellbar gross sind. Ganze Berghänge sind runtergekommen, viele Brücken wurden weggerissen und diverse Strassenabschnitte weggespült. Als Sofortmassnahmen wurden fahrzeugbreite Trampelpfade über die Schuttkegel eingerichtet und jetzt versucht man, diese wegzuräumen und die Hänge zu sichern. Schwere Maschinen sind an der Arbeit, aber auch hunderte von Indern, welche die Steine von Hand und in Körben wegräumen. Dazwischen quält sich der Verkehr durch, alles ist staubig und die Sicht strebt manchmal gegen Null. Dazwischen durchfährt man Schlammlöcher und wer da nicht mit Schwung durchgeht, bleibt unweigerlich stecken. Am Rande der Schuttkegel sind einfache Zelte aus Plastikblachen ausgestellt, in denen die Strassenbauarbeiter mit ihren Familien hausen. Das Elend ist hier fast nicht zu beschreiben und macht einmal mehr nachdenklich.
‚Isabella‘ hat die ganze Strecke relativ problemlos gemeistert, doch manchmal stellt sie einfach mitten im Fahren den Motor ab. Sobald ich den Motor wieder starte, läuft er an, als wäre nichts gewesen. Das Problem ist heute deutlich verstärkt aufgetreten, manchmal nach einer Bodenwelle, manchmal auf ruhiger Fahrbahn. Dann konnten wir wieder 10 km Holperstrecke ohne jegliche Probleme fahren. Als auf einer abschüssigen Strecke der Motor wieder ausging, wir aber immer noch im Gang rollten, rüttelte ich am Schalter für die Benzinpumpe und siehe da, der Motor sprang wieder an. Das konnten wir einige weitere Male so durchführen und es scheint also, dass der Schalter nicht mehr ganz richtig Kontakt gibt. Das würde zu einigen festgestellten Symptomen passen, wenn auch nicht zu allen. Wir haben den Schalter heute Abend auf dem Hotel-Parkplatz überbrückt und werden morgen schauen, wie sich ‚Isabella‘ verhält.
Die heutige Sonderprüfung mit zwei wechselnden Durchschnittsgeschwindigkeiten über rund 9 km ist uns ganz gut gelungen, wir haben nur 2 Sekunden Abweichung. Wir mussten aber etwas bibbern, denn gegen Schluss fuhren wir auf einen etwas langsamer fahrenden Touristenbus auf. Zum Glück kam das Ziel 50 Meter später in Sichtweite.
Leider hat sich heute ein Unfall ereignet, der aber zum Glück relativ glimpflich abgelaufen ist. Der Fahrer hat sich beim Zusammenstoss das Knie am Armaturenbrett zertrümmert, die Beifahrerin ist ausser einem massiven Schock unverletzt geblieben. Das Fahrzeug ist nicht mehr fahrtüchtig. Der indische Strassenverkehr ist in der Tat sehr anspruchsvoll und man tut gut daran, sich entsprechend defensiv zu verhalten, die Geschwindigkeit den Umständen und dem eigenen Fahrvermögen anzupassen.
Unser Hotel liegt direkt an einem Hang am Fluss Ganges und hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen. Wir sind in der untersten Etage, relativ nahe am Fluss untergebracht und die jahrelange Feuchtigkeit hat sich im ganzen Zimmer deutlich festgesetzt. Es ist jedoch alles sauber und es lässt sich problemlos eine Nacht aushalten.
Nachtrag um 21:00 Uhr: Einmal mehr haben wir ausgezeichnet gegessen! Alles war komplett vegetarisch und Alkohol wurde auch keiner ausgeschenkt, denn wir sind in der Pilgerstadt Rishikesh, wo einst die Beatles ihre Hare Krishna Phase eingeläutet haben. Da herrscht immer noch Zucht und Ordnung, denn Rishikesh gilt auch als Yoga-Hauptstadt und die Pilger hoffen, durch ein Bad im heiligen Fluss Ganges näher an die Erlösung zu kommen. Da Röbi und ich relativ wenig bis nichts mit Yoga am Hut haben, verzichteten wir auf den nächtlichen Besuch eines Ashrams, nicht zuletzt auch darum, weil die den Touristen angebotenen Ashram-Besuche primär dem Geld sammeln dienen und nur noch wenig vom ursprünglichen Ashram-Gedanken vorhanden ist.
Etwas erstaunt haben wir zur Kenntnis genommen, dass wir dank unserer heutigen recht gut gefahrenen Sonderprüfung vom sechsten auf den ersten Platz der Gesamtrangliste gerutscht sind, allerdings dicht gefolgt von fünf anderen Teilnehmern, welche nur zwischen 4 und 7 Sekunden Rückstand haben. Da ist also noch alles offen und ein einzelner zur falschen Zeit am falschen Ort fahrender Lastwagen oder Touristenbus kann alles über den Haufen werfen.
Inzwischen sind wir in unser Zimmer zurückgekehrt und wir können euch versichern, dass alles ziemlich stark ‚mäggelet‘. Frische Luft könnten wir nur zusammen mit Mücken reinlassen und das wollen wir nicht. An der Decke hängt ein altertümlicher Ventilator, der im Maximalbetrieb so fest eiert wie wir es bereits von den Rädern einiger Tuk-Tuks her kennen. Gleichzeitg versucht eine mindestens ebenso alte Klimaanlage die ihr gestellte Aufgabe der Kühlung zu erfüllen, was nur leidlich gelingt. Beide Geräte machen dabei so viel Lärm, dass wir sie über Nacht abstellen werden.
Das Wetter ist schön, heiss und feucht. Wir sind froh, dass der Regen auch in den nächsten Tagen ausbleibt, denn wir sind nicht sicher, wie stark der Ganges bei Regen ansteigt und evt. auf die Höhe unserers Hotel-Zimmers zu fliessen kommt. Rein vom Geschmack im Zimmer her ist das wohl schon ein paar Mal geschehen, aber wir können auf dieses Bad gut verzichten, denn auch in absehbarer Zeit wollen wir der Erlösung noch nicht zu nahe kommen!

2. Oktober 2018 – day 12: rishikesh to rudraprayag (150 km)

Wie gewonnen, so zerronnen! Heute haben wir auf der Sonderprüfung um die 45 Sekunden Strafzeit kassiert. Der Start verlief recht gut und wir konnten die wechselnden Durchschnittsgeschwindigkeiten von 35 und 40 km/h trotz Mit- und Gegenverkehr bis zum 5-ten Kilometer halten, aber dann fuhren wir auf einen vor uns gestarteten Rallye-Teilnehmer auf, der seinerseits schon länger versuchte, die vor ihm fahrenden indischen Fahrzeuge zu überholen. Die Strassen waren zum Kreuzen wie zum Überholen ungeeignet und da die Inder unsere Aufgabe nicht kannten und Hupen generell als freundliches Zeichen betrachteten, blieb uns nichts anderes übrig, als in reduziertem Tempo ins Ziel zu schleichen. Schade, aber da kann man nichts machen. So sind nun mal die Regularities, etwas Glück gehört auch dazu.
Der Rest der Strecke war ähnlich wie gestern, manchmal sehr schön, dann wieder kilometerlange Baustellen mit Buckelpisten, Staub, Chaos und Slums am Strassenrand. Die gestern vorgenommene Überbrückung des Benzinpumpenschalters hat sich bewährt, ‚Isabella‘ spulte die ganze Strecke ohne jegliche Macken runter und wir gelangten fristgerecht ins Hotel.
Unser Hotel liegt auf rund 900 Meter ü. Meer und weit hinten in einem Tal. Das Hotel muss nach dem Bau für die damalige Zeit recht modern gewesen sein, aber irgendwie scheint diese Zeit etwas stehen geblieben zu sein, denn alles verlottert gediegen und unauffällig vor sich hin. Die Zimmertüre schliesst erst nach gutem, aber beherzten ‚Zureden‘, dafür lässt sich die Balkontüre kaum öffnen, resp. das Scharnier gibt vor dem Schloss nach. Der Fernseher ist noch aus der guten alten Röhrenzeit, trotzdem (oder darum?) haben wir ihn auf keine Art und Weise zum Laufen gebracht. Dies stört uns nicht weiter, da wir so oder so kein indisch verstehen und ich während der vorangegangenen unfreiwilligen Ruhetage genügend Cricket-Sendungen sehen durfte. Auch das Bad, resp. die Dusche ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es steht ein grosser Eimer mit einem Schöpfmass drin, vermutlich ist die kontinuierliche Wasserzufuhr nicht garantiert. Es hat total neun Lampen im Zimmer, aber 14 Lichtschalter. Von diesen neun Lampen gehen immerhin fünf und trotzdem sieht man wenig. Bezüglich des Badezimmers ist das vermutlich auch besser so. Die Betten machen einen stabilen Eindruck, ziemlich sicher auch dank der brettharten Matratze, welche wesentlich zur gesamten Steifigkeit unserer Schlafgelegenheit beiträgt. Das alles stört uns aber nicht, denn wir wissen ja, was wir gebucht haben.
Zum Trinken gibt es im Hotel nur Tee, Wasser und Cola in den alten 200 ml Flaschen. Einigen Rallye-Teilnehmer passt das nicht, denn ich höre sie von unserem Zimmern aus im Aussenrestaurant nach Bier rufen. Andere haben vorgesorgt und einen persönlichen Vorrat an Gin, Bier und Wein mitgebracht. Wir haben nichts dergleichen vorgesorgt und werden das ziemlich sicher überleben!
Immer mehr fallen jetzt die einen oder anderen Fahrzeuge aus. Bereits drei Teams fahren in Mietwagen mit, ein anderes ist gestern unfallbedingt ausgefallen. Die Mechaniker haben unterwegs und am Abend im Hotel viel Arbeit. Wir hoffen natürlich, dass ‚Isabella‘ durchhält. Bis jetzt sieht alles sehr gut aus, aber wir fahren auch relativ sorgfältig und zurückhaltend (doch, doch, das können wir auch  🙂 ). Denn auf dieser Rallye ist bekanntlich der Weg das Ziel!
Nachtrag um 22:00 Uhr: Die von den Rallye-Teilnehmer mitgenommenen Alkohol-Notrationen haben alle den Weg auf die Hotel-Terrasse gefunden und es kam in der Tat eine beträchtliche Menge an Bier und schärferen Flüssigkeiten zusammen, welche ab ca. 16:30 Uhr kontinuierlich vernichtet wurde. Dazwischen gab es wiederum ein ausgezeichnetes Nachtessen vom Buffet, sowohl Röbi und ich sind inzwischen Fan der indischen Küche geworden, selbst wenn teilweise alles vegetarisch ist. Der Alkoholkonsum zeigte zunehmend Wirkung und als dann ein Teilnehmer noch seine Musikanlage in Betrieb nahm, war mindestens die Hälfte der Teinehmenden nicht mehr zu halten. Es wurde gesungen, getanzt, gejohlt, gelacht, weiter getrunken bis der Musikanlage der Schnauf, resp. der Akku ausging. Der gestern verunfallte Teilnehmer hat vor dem Abtransport mit dem Krankenwagen seine mitgebrachte volle Zigarrenkiste weiter gegeben mit der Bitte, alle aufzurauchen, die Rallye zu geniessen und ab und zu an seine Frau und ihn zu denken. Das solche Eskapaden nicht gewohnte Hotel-Personal wusste nicht mehr, wie ihm geschah und gab sich Mühe, eine gute Miene zum bösen(?) Spiel zu machen (wir waren zum Glück die einzigen Gäste). Kurz vor 22 Uhr war dann Ende der Vorstellung und die teilweise beträchtlich alkoholisierten Teilnehmenden zogen sich wankend in ihre Gemächer zurück. Röbi und ich verfolgten den ganzen Abend in sicherer Distanz, fotografierten und filmten die Höhepunkte des Geschehens. Alkohol haben wir selbst auf Einladung keinen zu uns genommen, denn morgen geht es ja weiter und wir wissen nicht, ob dann alle nüchtern losfahren können und wer sich wie lange wo am Kopf kratzen muss. Aus Solidarität mit dem verunfallten Paar haben wir aber gerne eine der offerierten Zigarren geraucht, welche uns auf Grund der Länge und des Umfangs fast eine Stunde lang beschäftigt hat.
Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Truppe am heutigen Abend beim einheimischen Personal einen besonders guten Eindruck hinterlassen hat. Andererseits wäre ohne uns das Hotel leer gewesen, denn derzeit ist hier keine Saison. Auch der Umsatz an nicht alkoholischen Getränken war bestimmt überdurchschnittlich. Aber ob der Zweck in diesem Fall die Mittel geheiligt hat?

3. Oktober 2018 – day 13: rudraprayag to nainital (243 km)

Heute haben wir leider unseren ersten und hoffentlich letzten Pech-, Pleiten- und Pannentag eingezogen! Begonnen hat alles normal, aber nach rund 10 km Fahrt stellte der Motor von ‚Isabella‘ ohne erkenntlichen Grund ab. Der Neustart gelang sofort wieder, aber nur ein paar Kilometer weiter starb der Motor wiederum ab und das wiederholte sich alle paar Kilometer. Mit der Zeit merkten wir, dass der Fehler im Zündschloss liegen muss, denn wenn man schnell genug am Schlüssel rüttelte, starb der Motor nicht ganz ab sondern nahm gleich wieder Fahrt auf. Je nach Lage der Schlüsselanhänger konnten wir soviel Druck auf die Drehung des Schlüssel geben, dass der Motor nur selten abstarb und dies uns nicht weiter störte.
Mit der Zeit vernahmen wir ein zunehmend lauter werdendes Knacken in der Region des hinteren Rades. Eine Sichtkontrolle brachte keine Ursache zum Vorschein und so fuhren wir weiter. Das Geräusch wurde immer deutlicher und nach ca. weiteren 50 km war klar, es konnte sich nur um ein defektes Radlager hinten links handeln. Erinnerungen an Peking-Paris 2013 wurden wach und so sprachen wir uns noch während der Fahrt ab, was zu tun sein und wer von uns was macht. Glücklicherweise hatten wir zwei Halbwellen mit bereits aufgezogenen Radlagern dabei und an einer geeigneten Stelle hielten wir ‚Isabella‘ an. Als gut eingespieltes Team dauerte es exakt 17 Minuten, bis wir das Fahrzeug aufgebockt, das Rad weggenommen, die Bremstrommel abgezogen, die Wellenbefestigung gelöst und die Halbwelle mit dem defekten Lager demontiert hatten. Es war schnell klar, dass tatsächlich das Lager defekt war und so schoben wir die neue Welle mit dem neuen Lager in die Hinterachse. Aber hoppla: Die neue Welle passte nicht korrekt, da der Schrumpfring, welcher das Lager an der richtigen Stelle fixiert, zu breit war. Da half weder Fluchen noch gut zureden, der Schrumpfring wurde dadurch nicht schmäler und die neue Welle konnte nicht genügend in die Achse hinein geschoben werden.
Glücklicherweise kamen zwei Mechaniker des Veranstalters hinzu und mit vereinten Kräften, Trennscheibe, Gasbrenner und viel Gehämmer konnten wir den korrekten Schrumpfing der alten Halbwelle ohne Schaden demontieren und auf der neuen Halbwelle montieren. Der zu breite Schrumpfring der neuen Welle musste vorgängig mit der Trennscheibe aufgeschnitten und entfernt werden. Am Schluss lief ‚Isabella‘ wieder wie auf Samtpfoten, aber wir haben durch diese Übung letztendlich fast 2 Stunden verloren, verpassten eine Regularity, eine Passage-Control und kamen abends erst nach Torschluss im Hotel an.
Zu allem Übel zickte unser Zündschloss immer mehr und ich musste gegen den Schluss alle paar hundert Meter am Schlüssel rütteln. Im Hotel in der Dunkelheit um ca. 18:45 angekommen, bezogen wir unser Zimmer und gingen zu ‚Isabella‘ zurück auf den Parkplatz, wo andere schon fleissig schraubten. Schon auf der Fahrt habe ich mir überlegt, wie ich das Zündschloss umgehen kann und wir setzen jetzt diesen Plan in die Tat um. Der unter der Sitzbank eingebaute Schalter für die noch nicht montierten Zusatzscheinwerfer versetzte ich an die Lenkstangenbefestigung und schloss dort die Zündung an. Den darunter liegenden Druckknopf für die Reserve-Hupe funktionierte ich zum Betätigen des Anlassers um und so können wir ‚Isabella‘ jetzt ohne Zündschloss und ohne Schlüssel starten. Die provisorische Neuverkabelung würde zwar keinen Schönheitspreis gewinnen, aber dafür läuft jetzt alles wieder wie gewünscht und wir können morgen fristgerecht um 08:07 Uhr los legen.
So schnell kann es also gehen: Zwei Mal haben wir die Gesamtrangliste wie auch die Kategorienrangliste angeführt und innert zwei Tagen sind wir auf Platz 27 (von total 36) zurückgefallen. Schon etwas schade, andererseits sind wir immer noch mit dem eigenen Fahrzeug dabei und haben jeden Abend das Tagesziel erreicht.
Morgen reisen wir in Nepal ein wo uns weitere schwierige Etappen erwarten. Wir sind guten Mutes, das Schlussziel zu erreichen, auch wenn die Gefahr, dass das hintere Radlager auf der anderen Seite ebenfalls kaputt geht, durchaus realistisch ist …

4. Oktober 2018 – day 14: nainital to bardia national park, nepal

Der heutige Grenzübertritt nach Nepal war wie schon häufig erlebt: Langwierig, ineffizient und heiss. Die Ausreise aus Indien hat fast 2 Stunden in Anspruch genommen, während die Einreise in Nepal lediglich 15 Minuten dauerte. Alles unsere Personalien und Fahrzeug-Angaben wurden sorgsam in grosse Bücher eingetragen und niemand hat geschaut, ob zum Pass auch eine passende Person vorhanden ist, resp. ob unsere selber getätigten Fahrzeugangaben mit der Realität übereinstimmten. Egal, irgendwann waren wir in Nepal! Der Verkehr ist da wesentlich ruhiger und entspannter, es hat einfach von allem viel weniger. In den Dörfern sind die Häuser (Bruchbuden) nicht mehr direkt an die Strasse gebaut, sondern rund 15 Meter zurück versetzt. Der Verkehr verläuft wesentlich disziplinierter, denn erstmals haben wir eine Verkehrspolizei gesehen, die nicht nur irgendwie herum pfeifft, sondern auch tatsächlich kontrolliert. Auf den ersten 150 km in Nepal wurden wir an vier Checkpoints kontrolliert, resp. jedes Mal aus der Warteschlange heraus gewunken und unkontrolliert weiter fahren gelassen. Unser guter Ruf muss uns vorausgeeilt sein 🙂
Wir sind jetzt im Tiger-Resort innerhalb eines nepalesischen Nationalparks auf 150 Meter ü. Meer untergebracht. Zwar einfach, aber mitten in der Natur. Im Badezimmer fliesst manchmal Wasser, manchmal nicht, aber Bier scheint es genügend zu haben, denn soeben wurden weitere Kartons Tuborg ins Ressort-Restaurant getragen. Da kann nichts mehr schief gehen!
‚Isabella‘ hat heute perfekt funktioniert und mein umgebautes ‚Zündschloss‘ hat sich bewährt. Kein einziges Ruckeln und kein einziges Mal Absterben des Motors ist aufgetreten. Durch meinen Umbau ist auch die Diebstahlsicherheit massiv erhöht worden. Sollte mir jemand den Zündschlüssel stehlen und das Fahrzeug starten wollen, so könnte das beim potentiellen Dieb zu Irritationen führen. Wer vermutet schon, dass der Anlassvorgang mit dem Hup-Knopf ausgelöst werden muss.
Nachtrag um 20:30 Uhr: Das Essen war wiederum ausgezeichnet und im Anschluss führten rund 30 Frauen und Männer reich beschmückt und in Landestracht gekleidet nepalesische Volkstänze auf. Zum Schluss wurden (fast) alle Rallye-Teilnehmenden zum Mittanzen aufgefordert. Ich wurde nur nicht aufgefordert, weil ich von der anderen Seite her gerade am Filmen war (puh, Schwein gehabt). Gleichzeitig machte ein mit Blumen geschmückter Trinkgeld-Hut die Runde, welcher am Schluss ganz gut gefüllt war.
Inzwischen wissen wir auch, wie mit dem grossen Kübel in der Dusche umzugehen ist. Das sauberste Wasser ist offenbar das Duschwasser und dieses wird während des Duschens in diesem Kübel gesammelt, damit es später für die Toilette genutzt werden kann. Der Wasserkasten der Toilettenspülung wird nämlich pro Tag und Zimmer nur einmal gefüllt. Aus dem Lavabo kommt häufig auch Wasser, aber das reicht gerade zum Hände waschen, ob dann aber die Hände nachher sauberer sind, bleibe einmal dahingestellt. Für das Putzen der Zähne verwenden wir so oder so Wasser aus der Flasche, welches in jedem Zimmer bereitgestellt ist.
Unsere im wahrsten Sinne des Wortes brettharten Betten verfügen über Mückennetze, deren Gebrauch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wenn die Mücken den Eingang so schwer finden wie ich den Ausgang, werde ich garantiert nicht gestochen werden.
Offenbar erlebt Nepal derzeit eine Trockenzeit, denn fast alle Flüsse sind zu Rinnsalen verkommen und daher ist auch das Wasser zumindest in tiefen Lagen knapp. Dafür konnten wir auf dem Weg zum Resort einen Fluss direkt durchqueren und mussten nicht einen Umweg über eine weiter entfernte Brücke nehmen. Das Wasser war bei der tiefsten Passage etwa 30 cm tief und als wir Gerard Brown, den auf uns wartenden Rallye-Fotografen erblickten, nahmen wir zügig Anlauf und liessen das Wasser zünftig spritzen. Wir sind gespannt auf die Bilder!
Morgen müssen wir früh raus, unsere grösste Sorge ist derzeit das Niveau unseres Benzintanks. Auf dem Weg ins Hotel sind wir nur an zwei Tankstellen vorbeigekommen und bei beiden war das Benzin ausverkauft. Mit dem Kanister zusammen sollten wir aber noch mindestens 100 km schaffen …

5. Oktober 2018 – day 15: bardia national park to pokhara (458 km)

Leider hat es sich gerächt, dass wir gestern infolge der beiden leeren Tankstellen kein Benzin mehr tanken konnten. Wir haben zwar nach 43 km eine Tankstelle gefunden, aber rund 15 Minuten verloren, denn auch die nepalesischen Zapfsäulen kennen keine Eile und zudem hat sich beim Wechsel von 99.9 auf 100 Liter das mechanische Zählwerk verklemmt, was eine zeitraubende Intervention des Tankstellen-Besitzers benötigte. Diese Zeit konnten wir mit unserer relativ risikoarmen Fahrweise nicht mehr aufholen, so dass wir an der ersten Time-Control 7 Strafminuten kassierten. Auch Abends hat es uns nicht gereicht und wir fassten nochmals 11 Strafminuten, nicht zuletzt auch wegen eines halbstündigen Platzregens, welcher uns zu noch vorsichtigerer Fahrweise zwang. Um die geforderten Zeiten einzuhalten, fehlen ‚Isabella‘ einfach ein paar PS und ein stabileres Fahrwerk oder man fährt mit mehr Risiko, was wir angesichts unserer ohnehin schlechten Platzierung nicht tun werden. Mehr als die Hälfte aller Rallye-Fahrzeuge weisen verschiedentliche ‚Kampfspuren‘ auf Grund diverser Streifkollisionen auf, sei es mit der Felswand oder sei es mit dem Gegenverkehr. Wir sind bis jetzt glimpflich davon gekommen, denn ausser einem Transportschaden auf dem Dach und einer leichten Beule am linken Trittbrett wegen eines aus einem Erdrutsch herausragenden Steines, weist ‚Isabella‘ immer noch Originalmasse auf.
Die heutige Sonderprüfung mit vier verschiedenen Durchschnittsgeschwindigkeiten wollten wir einmal wie die Profis absolvieren. Bis jetzt haben wir mit einem von mir früher erstellten Programm jeweils eine eigene Schnitttabelle erstellt, was uns aber jedes Mal Zeit gekostet hat (dafür war das Resultat nicht schlecht). Man kann eine solche Regularity aber auch mit dem Tripmaster, zwei Stoppuhren und der Original-Schnitttabelle des Veranstalters durchführen. Wenn man das im Griff hat, dann braucht es keine grossen Start-Vorbereitungen mehr, sondern man kann sofort loslegen. Wir hatten es noch nicht ganz im Griff, zwischendurch wurde es etwas hektisch und so bin ich dann mehr nach Gefühl als nach Stoppuhr gefahren, was uns am Schluss 12 Strafsekunden eingebrockt hat. Im Vergleich zu den anderen heutigen Zeitstrafen von total 18 Minuten ist das aber ein Klacks!
Morgen starten wir bereits zur viertletzten Etappe mit dem Ziel Katmandu, wo wir dann zwei Ruhetage haben werden und uns etwas mehr um ‚Isabella‘ kümmern können. Dann werde ich auch Zeit haben, etwas mehr über Land und Leute zu schreiben.

6. Oktober 2018 – day 16: pokhara TO kathmandu (218 km)

Wir sind gut in Katmandu angekommen und müssen jetzt zuerst den Staub und die Abgase runterspülen. Ein ausführlicher Bericht folgt morgen im Laufe des Tages.

7. Oktober 2018 – day 17: kathmandu (rest day)

Die gestrige Etappe war nicht sehr lang und endete mit dem rund 30 km langen mehr oder weniger stetigen Aufstieg nach Kathmandu auf 1’400 Meter ü. Meer. Dieses Schlussstück war recht mühsam, denn es war eine der wenigen Hauptzubringerstrassen nach Kathmandu. Hunderte von Lastwagen kämpften sich auf beiden Spuren mühsam die mit vielen Schlaglöchern versehene Strecke hoch und runter. Häufig war gar kein Teer vorhanden und dann kam zum unsäglichen Dieselqualm noch der alles durchdringende Staub dazu. Am Schluss war ein Überholen auf Grund der Verkehrsdichte unmöglich und so krochen auch wir mit Geschwindigkeiten von 10 bis 20 km/h den Berg hoch.
Kathmandu selber ist das absolute Chaos! Offiziell leben 2 Millionen in der an diversen Berghängen gelegenen Stadt, inoffiziell sind es 3 Millionen. Viele Strassen (wenn man die Schlaglochpisten so nennen darf) sind ungeteert und der Staub ist überall gegenwärtig. Alles entlang dieser Strassen ist vom Staub bedeckt und sämtliche Strassen sind verstopft. Alles drängelt nach dem Motto: Der Frechste gewinnt und die unzähligen Mopeds, welche sich permanent zwischen den Autos hindurchdrücken, sind eine echte Herausforderung. Dazu kommen mutige Fussgänger, welche die Strasse überqueren wollen und den gewünschten Weg mit Handzeichen voranzeigen. Es gibt auch Fussgängerstreifen, wir wissen aber nicht wozu, denn niemand hält davor an. Als ich einmal angehalten und die wartenden Fussgänger mit Handzeichen zum Überqueren der Strasse aufgefordert habe, haben die mich ganz entgeistert angeschaut und nicht verstanden, was ich damit meinte.
Irgendwie geht doch alles immer ein wenig vorwärts, aber es ist mühsam und anstrengend. Irgendwann spürt man die linke Wade vom vielen Kuppeln und der viele Staub macht sich in den Atemwegen bemerkbar. Viele Einwohner tragen Schutzmasken, vor allem die Verkehrspolizisten, welche mitten im Getümmel versuchen Ordnung zu schaffen. Die unzähligen Linienbusse fahren wohl kaum nach einem Fahrplan und für einen Passagierwechsel wird gar nicht richtig angehalten, um ja nicht den Platz in der Kolonne zu verlieren. Neben dem Chauffeur ist immer auch ein Busbegleiter an Bord. Dieser steht jeweils vorne auf dem Trittbrett, hält sich mit einer Hand an einer Stange fest und mit der anderen zieht er die neuen Passagiere in den Bus. Die Stimmung ist jedoch nie gereizt oder aggressiv. Immer noch werden wir freundlich willkommen geheissen und manchmal gewährt man uns sogar den Vortritt.
Unsere Hotel liegt etwas am Rande von Kathmandu ganz in der Nähe des Flughafens. Es fühlt sich an, als würden wir jetzt in einer Oase wie in der Wüste leben. Das Areal ist riesig, gut gepflegt und es fehlt an nichts. Vom umzingelnden Chaos ist nichts zu spüren. Einzig die hohen Berge können wir nicht sehen, denn über Kathmandu schwebt eine riesige Smog-Glocke, welche offenbar nur selten weggeblasen wird. Die Sonne scheint, manchmal gibt es einen Regensprutz und die Temperatur ist angenehm. Das Wasser im Pool ist allerdings sehr kalt und ich werde wohl den Rest des Tages auf dem Liegestuhl verbringen.
‚Isabella‘ haben wir bereits aufgeräumt und den Staub aus dem Innern des Fahrzeuges weggeputzt. Die Vorderbremsen haben wir schon gestern morgen nachgestellt und ausser ein paar Kontrollarbeiten mussten wir nichts tun. Alles funktioniert tadellos, auch das rechte hintere Radlager macht bis jetzt keine Anstalten, den Geist aufgeben zu wollen. Hoffen wir, dass es so bleibt!

8. Oktober 2018 – day 18: kathmandu (rest day)

Auch heute sind wir am Pool gelegen und ich habe zudem eine Massage gebucht. Es blieb viel Zeit zum Nachdenken und zur Verarbeitung der bisherigen Eindrücke:
Indien hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Sehr positiv sind mir die überaus freundlichen, fröhlichen und hilfsbereiten Inderinnen und Inder in Erinnerung geblieben. Die Diskrepanz zwischen arm und reich ist riesig, aber am meisten aufgefallen ist neben dem Verkehrschaos und den stinkenden Fahrzeugen der katastrophale Umgang mit den Abfällen. Entlang des Flusses Ganges hat es viele grössere Dörfer, welche von Plastikabfällen nur so strotzen. Teile davon werden jeweils am Flussufer des Ganges hingekippt und jedes Mal, wenn der Fluss ansteigt, wird ein grosser Teil der Abfälle mitgerissen und Richtung Meer transportiert. Natürlich ist es toll, wenn jetzt begonnen wird, die Abfälle aus dem Meer zu fischen, besser wäre, man würde das Problem an der Wurzel packen und die Abfälle reduzieren und fachgerecht entsorgen. Die vielen Kinder spielen mit und auf dem Müll, als wäre dies das Normalste auf der Welt und auch die heiligen Kühe, welche in der Mehrheit nur aus Haut und Knochen bestehen, suchen zusammen mit den wildlebenden Hunden die letzten organischen Abfälle im ganzen Dreck zusammen. Indien hat jetzt schon fast so viele Einwohner wie China (knapp 1.3 Milliarden) und die Bevölkerung wächst – im Gegensatz zu China – stetig und unvermindert an, was irgendwann unweigerlich zum Kollaps führen wird. Indien wird bekanntlich zu den Schwellenländern gezählt, die Frage ist nur, was das genau für eine Schwelle ist. Am Schluss werden wohl die Stärksten überleben.
Nepal ist ähnlich wie Indien, hat aber eine deutlich kleinere Bevölkerungsdichte und macht einen organisierteren und auch saubereren Eindruck. In den Dörfern sind viele öffentliche Abfallkübel aufgestellt, grüne für die organischen Abfälle und rote für alle anderen. Die Polizei ist sichtbar präsent und kontrolliert auch den Strassenverkehr. Die Baumaschinen sind teilweise recht modern (vermutlich wegen des Einflusses vom nahe gelegenen China) und man gibt sich hier mehr Mühe, die jährlich wiederkehrenden Schäden aus der Monsum-Zeit innert nützlicher Zeit zu beheben. Generell leiden die Verkehrswege in beiden Ländern wegen der jährlichen Regenzeit und den darauf folgenden Überschwemmungen erheblich und viele Strassenverbindungen sind jeweils während Monaten unpassierbar.
Kathmandu gilt als die weltweit am stärksten von der Luftverschmutzung betroffene Stadt und es herrscht den ganzen Tag ein totales Verkehrschaos, wie selbst ich es noch nie erlebt habe. Wie in Indien sind auch hier die Lastwagen überaus zahlreich und qualmen, was das Zeug hält. Wenn diese den Berg hinaufkriechen, stossen sie derart viel Russ aus, dass man manchmal nicht erkennen kann, ob die Strasse wirklich frei zum überholen ist. Mir ist klar, dass auch wir mit unseren Oldtimern keine besonders saubere Luft produzieren, aber was diesbezüglich in diesen beiden Ländern abgeht, ist fast nicht zu beschreiben und stimmt mich sehr nachdenklich. Wenn hier nur schon die schwächste aller Euro-Schadstoffnormen flächendeckend eingeführt werden könnte, wäre das ein unwahrscheinlicher Fortschritt! Wenigstens sieht man hie und da ein Elektro-Tuk-Tuk (was wohl auch auf den Einfluss von China zurück zu führen ist).
Ich habe bis jetzt mehr als 30 Rallyes absolviert, davon sieben Langstrecken-Rallyes. Auf keiner Rallye habe ich so viel gesehen und erlebt wie auf dieser, was wohl auch an den bescheidenen Durchschnittsgeschwindigkeiten liegt. Wir haben Orte besucht und sind durch Gegenden gefahren, wo kaum ein ’normaler‘ Tourist hinkommt. Für mich hat der Sinn einer solchen Rallye eine neue Dimension bekommen: Ich werde künftig in meinem Alltag versuchen, achtsamer und schonender mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen und aus diversen Gesprächen mit anderen Rallye-Teilnehmern weiss ich, dass ich nicht der einzige mit diesen Gedanken bin. Manchmal muss man gewisse Dinge mit eigenen Augen sehen, damit man sie genügend ernst nimmt. Vor allem ist mir wieder einmal klar geworden, in was für einen ‚Wohlfühl-Oase‘ wir in der Schweiz leben und wie klein unsere Probleme sind.
Jetzt liegen nur noch drei – höhenmässig relativ harmlose – Etappen vor uns und wohl oder übel müssen wir uns definitiv damit abfinden, dass wir die vier anspruchsvollsten und wohl schönsten Etappen wegen der früher beschriebenen Naturereignisse nicht erleben durften. Natürlich sind wir auch andere schöne Strecken gefahren und haben viel Interessantes von Indien und Nepal gesehen. Aber der langersehnte Höhepunkt der Rallye ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Dies ist auch für den Organisator frustrierend, hat er doch ein Jahr zuvor mit viel Aufwand alles rekognosziert und die Unterkünfte reserviert. Jetzt musste er kurzfristig neue Unterkünfte an anderen Orten suchen und die Rallye-Teilnehmer mit einer neu zusammengestellten Tagesetappe bei Laune halten (all das hat der Organisator übrigens ausgezeichnet gemacht!).
Dank des vorgestrigen Tages sind wir in der Gesamtrangliste vom 28. auf den 27. Rang vorgerückt. Dies nicht, weil wir besonders gut gefahren sind (es gab keine Sonderprüfung), sondern weil ein Fahrzeug länger ausgefallen ist als wir. Die morgige Etappe ist nur 260 km lang, trotzdem müssen wir bereits um 07:00 Uhr abfahren, da wir zuerst aus Kathmandu raus müssen. Der Veranstalter hat für die ersten 37 Kilometer ganze 2.5 Stunden eingeplant, was einen Schnitt von gut 16 km/h ergibt. Ich wünsche unserer Kupplung jetzt schon viel Kraft(schluss)!
Zum heutigen Abendessen werden wir in ein nepalesisches Restaurant gefahren, wo wir landestypische Speisen und eine Folklore-Unterhaltung geniessen dürfen.
Hier in Kathmandu habe ich übrigens das erste Mal seit dem Rallyestart eine Flasche Prosecco bestellen können 😀

9. Oktober 2018 – day 19: kathmandu to chitwan national park (218 km)

Nach einem kurzen Abstecher auf 2’500 Meter ü. Meer sind wir definitiv im Flachland von Nepal angelangt. Heute gab es drei Sorten von Strassen: Gut ausgebaute Strassen mit Teer ohne Schlaglöcher: 0%. Schlecht ausgebaute Strassen mit Teer und vielen Schlaglöchern: Ca. 70%. Schlecht ausgebaute Strassen ohne Teer und sehr vielen Schlaglöchern: Ca. 20%. Strassen, die man in Europa sperren würde: 10 %. Davon nur etwas staubig: Ca. 50% . Der Rest war sehr staubig!
Trotzdem sind wir gut angekommen, aber ‚Isabella‘ musste wohl etwas leiden, auch wenn sie sich letztendlich nichts anmerken liess. Brav spulte sie alle 218 Kilometer ab, ächzte aber hörbar und spürbar ab der vielen Unebenheiten. Anderen ging es wesentlich schlechter, so wissen wir von einem Chassisbruch an einem Bentley und einem Aufhängungsbruch an einem Triumph oder so ähnlich. Nach wie vor ist mir unverständlich, wie die Nepalesen und Inder in diesem Staub leben können/müssen: Unsere europäischen Feinstaubanzeigegeräte würden – wenn überhaupt noch – alle im Overflow-Modus arbeiten. Dafür unternehmen die Behörden viel, damit die Nepalesen und Inder möglichst nicht rauchen (was auch tatsächlich nur wenige tun). Das passt einfach nicht ganz zusammen!
Im Flachland auf etwa 300 Meter ü. Meer ist es wieder heiss und schwül. Zwar nicht mehr 38° Celsius wie beim ersten Grenzübertritt, aber immer noch mehr als genügend warm. Wir sind jetzt in der Barahi Jungle Lodge in Chitwan (lohnt sich zu googeln) und werden morgen die Grenze nach Indien überqueren. Wir übernachten alle in komfortablen Zweier-Bungalows direkt an einem Fluss. Es hat einen riesigen Pool und eine wunderschöne Gartenanlage. Gegessen wird draussen und gegen die Mücken wurden so viele Räucherstäbchen angezündet, dass einem ganz anders wird (das Bier könnte mit einen Einfluss gehabt haben …). Auch Folklore ist heute Abend angesagt, schliesslich handelt es sich um eine Challenge und nicht um ein ‚Blueschtfährtli‘.
Heute fand die letzte Sonderprüfung der Rallye statt. Sechsmal hat der Schnitt gewechselt und es gab zwei Zeitmesspunkte, davon war einer geheim. Wir starteten gut, fuhren aber nach dem dritten Kilometer auf zwei Schulbusse auf, welche sich nicht überholen liessen und auch der Gegenverkehr hemmte unser Vorwärtskommen dermassen, dass wir die verlorene Zeit nicht mehr aufholen konnten. So kamen wir 20 Sekunden zu spät ins Ziel. Ob wir nur 27. oder 28. auf der Gesamtrangliste sind, spielt keine Rolle. Wenigstens konnten wir bis jetzt den dritten Platz in unserer Kategorie verteidigen, was allerdings nicht sehr schwierig war, weil nur drei Fahrzeuge in diese Kategorie gestartet sind (Vorkriegsfahrzeuge der Jahre 1932 bis 1940).
Morgen müssen wir schon ab 06:30 Uhr im Abstand von 6 Minuten starten (wir starten um 07:01 Uhr). Der Organisator hofft, dass dadurch die Wartezeiten an der Grenze etwas kürzer sind. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt!

10. Oktober 2018 – day 20: chitwan national park to Lucknow, india (460 km)

Die heutigen 460 km hatten es durchaus in sich. Bis zur Grenze waren 150 km auf den gewohnt gemischt oberflächigen Strassen zu absolvieren, begleitet vom üblichen Verkehrsgetümmel, Staub und Lärm. Während rund 20 Minuten kamen wir in einen Regenschauer, das hat zwar den Staub deutlich reduziert, dafür war auf Grund der Wassermenge kaum mehr ein Fortkommen möglich.
Der Grenzübertritt dauerte auch diesmal mehr als 2 Stunden, wovon wir bei der Ausreise aus Nepal 75 Minuten auf den richtigen Stempel für das Carnet de Passage warten mussten. Grund: Der einzige für diesen Stempel zuständige Beamte hatte Mittagszeit! Auf der indischen Seite ging es dafür verhältnismässig schnell und erstmals hat ein Beamter geprüft, ob die Chassisnummer im Carnet auch mit der effektiven Chassisnummer am Fahrzeug übereinstimmt. Es hat ihm allerdings gereicht, die richtige Nummer auf einem von mir erstellten Typenschild aussen an der Motorhaube abzulesen. Auf diesem Schild habe ich schon länger alle relevanten Nummern eingravieren lassen und das hat die ganze Prüferei an der Grenze schon öfters beschleunigt.
An der Grenze war generell sehr viel los, gelinde gesagt, es herrschte Chaos in Reinkultur. Die Doppelspur Richtung Nepal war auf beiden Spuren komplett mit Lastwagen zugestellt, so dass alle anderen Fahrzeuge Richtung Nepal auf unserer nach Indien führenden Doppelspur entgegen kamen. Die Behördenbüros waren nur auf indisch angeschrieben und von den hunderten Kleinläden beidseits entlang der Strasse kaum zu unterscheiden. Zum Glück hat der Veranstalter lokale Hilfsposten engagiert, sonst hätten wir die nötigen Stellen nie gefunden. Wir kämpften uns rund 5 km durch das Grenzgebiet, bevor dann der Trubel etwas nachliess. Die Doppelspur vor dem Grenzposten nach Nepal war während 16 km beidseitig mit Lastwagen voll gestellt, die alle auf den Grenzübertritt warteten. Wir haben pro Kilometer und pro Spur rund 60 stehende Lastwagen gezählt, was bei zwei Spuren und 16 km Länge knapp 2’000 Lastwagen ausmacht! Halleluia!
Die nächsten 40 km holperten nochmals ganz prächtig, bevor wir dann noch genau 200 km auf der richtungsgetrennten vierspurigen Autobahn zurücklegen durften. Auch das war eine neue Erfahrung: Auf indischen Autobahnen gibt es keine Falschfahrer, es gibt nur Fahrer, die nicht in der gleichen Richtung unterwegs sind wie du. Meistens kommen sie dir auf dem Pannenstreifen entgegen. Weil dieser aber häufig durch Pannenfahrzeuge, Ochsenkarren, Fussgänger oder Kühe besetzt ist, weichen sie auf die Normalspur aus. Nur in seltenen Fällen kommen sie dir auf der Überholspur entgegen. Wenigstens signalisieren sie dir mit der Lichthupe, dass du sie beachten und ausweichen sollst.
Wir konnten auch die in unseren Breitengraden bekannten ‚Elefantenrennen‘ beobachten. Dazu wird ein mit 7 Erwachsenen und 2 Kindern gefülltes Tuk-Tuk benötigt, welches mit 40 km/h auf der Normalspur fährt. Daneben überholt ein 41 km/h fahrender Traktor mit Einachs-Anhänger. So bleibt immer noch genügend Platz für einen klapprigen alten Lastwagen, der die beiden mit 42 km/h überholt. Wehe, wenn dann zur gleichen Zeit eine indische Kuh vom 3 Meter breiten grasgünen Mittelstreifen auf die Fahrbahn hinunter steigt!
Wir haben diesen 200 km langen Husarenritt gut überstanden und sind jetzt in einem schönen Hotel in Lucknow. Diese Stadt hat fast 3 Millionen Einwohner und auch hier ist der Verkehr hektisch, stinkend und ohrenbetäubend. Gut, starten wir diesbezüglich morgen zur letzten Etappe nach Agra.

11. Oktober 2018 – day 21: Lucknow to agra (325 km), gala-dinner

Um 13:15 Uhr haben wir unser Ziel in Agra erreicht! Von den heutigen 325 km haben wir 300 km auf einer kürzlich neu gebauten sechsspurigen Autobahn abgespult, welche praktisch verkehrsfrei war. Kein Wunder, denn sie ist für indische Verhältnisse teuer (CHF 8.50 für diese Strecke). Dafür hatte es weder Fussgänger, Velofahrer, Ochsengespanne noch Kühe auf der Fahrbahn. Vereinzelt haben wir Lastwagen überholt, aber mehrheitlich waren nur relativ neue Personenwagen unterwegs. Der Grünstreifen war mit schön blühenden Sträuchern bepflanzt und wurden künstlich bewässert. Dazu lief ein Angestellter mit einem Schlauch, welcher an einem Tanklastwagen befestigt war, von Strauch zu Strauch und goss denselben. Zum Glück war die Autobahn übersichtlich, denn es war keine Vorankündigung zu sehen, welche vor einem auf der Überholspur im Schritttempo fahrenden Lastwagen warnte. Im Gegensatz zum Verkehrsgetümmel der letzten 3 Wochen wirkte diese Szene fast etwas surreal und erinnerte mich an die leeren zwanzigspurigen Autobahnen in Burma anlässlich der Road To Mandalay 2015.
Jedenfalls sind wir gut angekommen. ‚Isabella‘ konnte gut auf 100 bis 110 km/h gehalten werden, auch wenn die Wassertemperatur nahe bei 100°  und die Öltemperatur bei 110° lag. Das Wetter ist schön, schwül und 36°  warm. Unser Hotel liegt nur ca. 500 Meter vom Taj Mahal entfernt und vom Zimmer aus sehen wir direkt auf die ganze Pracht. Nach der Ankunft haben wir all unser Gepäck aus dem Auto genommen und das Fahrzeug bei einer nahen Sammelstelle abgegeben. So haben wir jetzt ein paar Stunden Zeit, bis es dann mit dem Apéritiv losgeht.
Ranglistenmässig hat sich für uns nichts mehr geändert, wir konnten lediglich den Abstand auf Platz 28 vergrössern. Wenigstens waren wir die besten von denjenigen, die einmal während eines Tages ausgefallen waren und zu spät am Abend ankamen. In unserer Kategorie sind wir nach wie vor Dritte, was vielleicht doch noch zu einem Preis reichen sollte.
Alles in allem war es ein tolles Erlebnis, auch wenn wir den Höhepunkt der Rallye wetterbedingt nicht erleben durften. Wir sind froh, gesund und munter in Agra angekommen zu sein, was bei den landestypischen Verkehrsverhältnissen alles andere als selbstverständlich ist. Wir haben viel Schönes gesehen, aber auch viel, was uns sehr nachdenklich gestimmt hat. Die indische und nepalesische Küche ist mehrheitlich vegetarisch, schmeckt aber ausgezeichnet und wir sind von jeglichen Magenverstimmungen verschont geblieben. In bester Erinnerung bleibt die Offenheit, Freundlichkeit und Fröhlichkeit der indischen und nepalesischen Bevölkerung. Daran könnten wir uns in Europa vielleicht ein Beispiel nehmen.

12. Oktober 2018 – Transfer agra – DELHI

Das Gala-Dinner fand beinahe im gewohnten Rahmen statt, allerdings bekamen alle Teilnehmer vor dem Essen einen indischen Turban (oder so) umgebunden. Das Ding aus 5 Meter langem und 80 cm breitem Stoff wurde ziemlich straff angezogen und sorgte für ordentlich Wärme im Kopf (nein, nein, bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst einen (1) Gin Tonic genossen). Auch die Ohren waren bedeckt, so dass man kaum etwas hörte. Ich habe das Ding vorsichtig gelockert, so war es dann wenigstens eine Weile zum Aushalten. Nach dem wie immer ausgezeichneten Essen fand die Preisverteilung statt und siehe da, wir bekamen als Dritte (und letzte) unserer Kategorie tatsächlich einen Preis sowie eine bronzene Medaille. Anschliessend rauchten Röbi und ich auf der Hotel-Terrasse die zu meinem Geburtstag erhaltenen und gut geschüttelten, aber bestens konservierten Zigarren. Um Mitternacht wurde zum Leidwesen vieler die Bar geschlossen und einige machten sich daran, die Minibars der Zimmer zu plündern. Röbi war zu diesem Zeitpunkt schon am Kopfkissen horchen und ich folgte ihm bald darauf, so dass ich das Schlussresultat aller geköpften Champagnerflaschen nicht mehr mit erlebt habe.
Am gestrigen Abend ging es manchmal auch noch etwas emotional zu und her. Bekanntlich wurde unser Veranstalter ERA vor rund 2 Monaten an eine grössere Organisation (HERO) verkauft. ERA soll zwar so bleiben, wie sie ist, dennoch hat es schon und es wird auch noch einige Personalabgänge geben. Schade, denn irgendwie ist man mit jeder Rallye immer mehr zu einer Familie zusammen gewachsen. Nun ja, bekanntlich ist jede Krise auch eine Chance.
Nun sitze ich auf dem Balkon unseres Zimmers mit Ausblick auf den Taj Mahal und schreibe die bald letzten Zeilen meines Rallye-Berichtes. Um 14:00 Uhr werden wir abgeholt und 200 km nach Delhi zum Flughafen gefahren, wo wir dann kurz nach Mitternacht abfliegen werden. Einige der Teilnehmer sind ebenfalls auf dem gleichen Flieger und es ist zu befürchten, dass es an Bord nochmals ganz lustig werden könnte. Mindestens 10 Paare werden wir an der kommenden Peking Paris Rallye, welche Ende Mai 2019 startet, wieder sehen. Schön zu erkennen, dass es noch genügend andere gibt, welche ein bisschen ‚eins an der Waffel‘ haben 🙂
Nachtrag um 22:00 Uhr: Die Taxifahrt auf der sechsspurigen Autobahn verlief friedlich, denn der Fahrer beschleunigte auf maximal 80 km/h. Das Ende der Autobahn muss er irgendwie verpasst haben, denn er behielt diese Geschwindigkeit auch nach der Autobahn auf der Umfahrung von Delhi bei, unabhängig vom Verkehrsaufkommen. Trotzdem (oder deswegen?) kamen wir pünktlich und wie vorausgesagt um 18:00 Uhr am Terminal 3 des Flughafens Indira Gandhi International an. Die Ausreiseformalitäten liefen überraschend schnell ab, so dass wir noch Zeit für eine Pizza hatten und auch sonst noch die Läden der zollfreien Zone unsicher machen konnten. Jetzt sitzen wir in der Lounge und müssen nochmals fast 4 Stunden Zeit totschlagen, denn der Flieger aus Zürich hat mindestens eine halbe Stunde Verspätung. Vermutlich hat der Pilot das Roadbook vergessen …

13. Oktober 2018 – Ankunft in zürich mit lx 147 um 06:20 Uhr

Seit ein paar Stunden sind wir zu Hause bei unseren Liebsten und haben viel zu erzählen, aufzuräumen und nachzuarbeiten. Bereits macht sich ganz leise etwas Wehmut breit, viel zu schnell ging alles vorüber. Aber bekanntlich ist (zumindest bei mir) nach der Rallye immer auch vor der Rallye. Im Januar 2019 werde ich voraussichtlich den Winter RAID mit meinem frisch restaurierten Willys-Jeep (Jahrgang 1958) bestreiten, bevor es dann Ende Mai wieder nach Peking geht und Röbi und ich zum dritten Mal Peking-Paris mit ‚Isabella‘ bestreiten werden.

Herzlichen Dank allen, welche uns während der Rallye mit Kommentaren, Mails, WhatsApp- und SMS-Nachrichten begleitet haben. Es ist immer schön zu spüren, dass uns von zu Hause viele Leute die Daumen drücken.

 

 

9 Kommentare

  • Claudi und Marco

    Freitag, 12. Oktober 2018, 23.54 Uhr

    Lieber Manuel und Röbi!

    Wir haben mit riesigem Interesse deinen Blog gelesen und wie es immer so ist, mal standen einem die Haare zu Berge, manchmal mussten wir schelmisch grinsen, manchmal machten wir nur große Augen und oft hatten wir einfach nur RIESENGROSSES Mitleid“Leidenschaft“!!
    Ihr habt in der Tat ein tolles Abenteuer zusammen erleben dürfen und „Isabella“ hatte die richtige Fürsorge und die richtigen Hände zur Pflege!
    Dafür hat sie Euch dann auch gedankt und hat Euch wohlbehalten durch dieses ganze taffe Rally gebracht! Super!!!
    Ihr seid gesund angekommen und habt zum Glück keinen Unfall gehabt. Habt lustige Abende gehabt, aber bestimmt so manchen Frust auch.
    Aber der Mix und die Stimmung einer Rallye ist einfach etwas so spezielles, dass man einfach dabei sein muss, um es 1:1 nachempfinden zu können!

    Die Rallye war ganz bestimmt etwas Besonderes!!

    Wir umarmen Euch aus der USA und hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder!!!

    Landet gut in ein paar Stunden und hol die Handschuhe raus. 36‘C sind es in Zürich nicht mehr☺️☺️

    Liebe Grüße von
    Claudi und Marco

  • The Tripet's

    Montag, 08. Oktober 2018, 09.40 Uhr

    Lieber Manuel

    Wir möchten uns auch für die lebendigen Tagebucheinträge bei Dir/Euch bedanken.
    Es ist mindestens so spannend wie mit Jules Vernes in 80 Tagen um die Welt zu reisen.
    Teilweise so spannend, dass wir es nun am Tag und nicht mehr als Gute Nachtgeschichte zu uns nehmen ;-)) Im übrigen fallen ja bekanntlich die meisten Teilnehmer nach der Rally in ein „Loch“ ich glaube das könnte uns nun als begeisterte Leser bald auch passieren….herzlich Iris & Jean-Philippe

  • regina

    Sonntag, 07. Oktober 2018, 00.20 Uhr

    guet nacht mäni
    aifach interessant dini bricht…..es gat oi guet das isch d hauptsach…..bis bald baci

  • Bösch Franziska

    Mittwoch, 26. September 2018, 08.17 Uhr

    Hallo zäme

    Immer wieder spannend, euren Blog zu lesen. Weiterhin alle Gute, und viel Glück mit dem Wetter, resp. mit dem Regen.

  • Jeanpierre

    Sonntag, 23. September 2018, 20.55 Uhr

    LIEBER MANUEL
    KOMPLIMENT FÜR DEINE BERICHTERSTATTUNG !
    ES LIEST SICH SO LOCKER UND HUMORVOLL.
    ALLES GUTE FÜR DIE NÄCHSTEN ETAPPEN UND NATÜRLICH NOCH UNSERE BESTEN WÜNSCHE ZU DEINEM GEBURTSTAG, BLEIB EINFACH GESUND UND WIE DU BIST
    JEANPIERRE MIT NICOLE

  • Claudia & Marco

    Samstag, 22. September 2018, 18.14 Uhr

    Lieber Manuel!
    Wir wünschen Dir ganz herzlich nachträglich alles Liebe und Beste zum Geburtstag! Hab viel Spaß im kommenden Jahr und bleib immer gesund- denn das ist so wichtig! Jetzt genieß die Rallye im Himalaya und Isabella soll Euch beide gut durch die Berge tragen und hoffentlich geht “ihr” nicht der Schnauf aus, wenn ihr die 5.000 m Grenze erreicht!!

    Liebe Grüsse aus San Francisco
    Claudia und Marco

  • regina

    Donnerstag, 20. September 2018, 22.53 Uhr

    dä iréne ihres mausoleum isch nid am fluss sondern ufem weiher baut…..en grosse aspruch……
    gnüss no din gebiabig…..

  • Coci

    Donnerstag, 20. September 2018, 08.29 Uhr

    HAPPY BIRTHDAY Mäni!
    Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute und vor allem beste Gesundheit zum Geburtstag!
    Für die bevorstehende Challenge viel Glück!
    Liebe Grüsse
    Coci

  • Beat Dubs

    Mittwoch, 04. Oktober 2017, 15.05 Uhr

    Ist auch ein Treffen mit Yeti geplant?

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